Wir kommen, wie von mir berechnet um vier Uhr nach deutscher Zeitrechnung und um elf Uhr Amerikanischer Zeitrechnung an. Masons Onkel ist sehr nett und zeigt uns die Ferienwohnung. Sie ist sehr groß. Wenn man rein kommt, findet man wie bei uns Zuhause den Flur vor. Rechts geht eine Tür zum Badezimmer ab.Links ist eine Tür, die ins Wohnzimmer führt. Vom Wohnzimmer gehen zwei Türen zur Terrasse. Die Terrasse erstreckt sich über zwei Wohnzimmerwände. Wenn man weiter den Flur entlang geht, geht rechts wieder eine Tür ab. Da ist ein Waschraum. Weiter gerade aus, ist ein Esszimmer und wenn man dann durch eine Tür geht, kommt man in die Küche. Von der Tür führt eine Tür in den Garten mit Pool. Zurück im Esszimmer geht eine Tür wieder zur Terrasse raus. Ich gehe um eine Ecke, und befinde mich in einem Kreis, der eine Lücke hat, um hinein zu gelangen. Im Kreis ist eine Treppe, die Hoch führt. Ich gehe die Treppe hoch, und befinde mich wieder in einem Kreis, der nun aber zur anderen Seite offen ist. Ich gehe einen Flur entlang. Links ist ein Schlafzimmer. Es ist riesig. Vom Schlafzimmer aus geht ein Balkon ab. Ich gehe weiter. Rechts ist ein Fitnesszimmer. Von dort geht auch eine Tür zum Balkon. Links vom Flur ist ein Badezimmer. Auf der rechten Seite ist gerade nur Mauer. Links kommt nun ein Kinderzimmer, für Leute, die mit einem Kind kommen, oder auch mehreren, denn es folgen noch zwei Kinderzimmer. Das erste neben dem Bad ist eins für Babys, oder Kleinkinder. Die zweiten und dritten haben schon normale Betten. Ich nehme mein Koffer mit ins Schlafzimmer, dicht gefolgt von Mason. Sein Onkel ist schon ins Haus gegangen. Wow, ich denke, wir haben weitaus das luxuriöste, aber Mason sagt, dass alle Häuser seines Onkels groß und luxuriös sind. Wir haben das kleinste bekommen, weil wir nur zu zweit sind. Ich bin so müde, dass ich meinen Koffer aufmache, mir den Schlafanzug anziehe, ins Bad gehe, mir die Zähne putze und ins Bett gehe. Ich schlafe sofort ein. Am nächsten Morgen scheint die Sonne schon hell ins Zimmer. Ich sehe auf meine Uhr. Zehn Uhr. Bei Mama und Papa ist es fünf Uhr Nachmittags und Sebastian reitet gerade Jeany oder hat sie schon geritten. Ich stehe auf. Mason ist nicht mehr neben mir. Ich ziehe mir eine Rosarote kurze Hose an und darüber ein Top. Als nächstes packe ich meine Sachen aus und verstaue sie im Schrank. Masons Sachen liegen dort auch schon. Schnell putzte ich meine Zähne und gehe runter. Ich sehe in den Kühlschrank. Nichts drin. Natürlich nicht, denn wir haben nichts gekauft. Ich hole die Brote von gestern, und esse diese. Mason kommt nun auch. 

Guten Morgen.“, sagt er hoch erfreut.

Morgen!“, sage ich, „ Ob der gut ist, weiß ich noch nicht.“

Wir sollten einkaufen gehen. Ich frage mal Willi, wo der nächste Supermarkt ist.“

Willi ist die Abkürzung für William und so heißt Masons Onkel. In New York hat er noch eine Tante namens Sofia.

Okay, ich komme mit.“, sage ich, damit ich nicht alleine bleiben muss. Wer weiß, was es hier für Tiere gibt?

Wir gehen zu Willi und Klopfen an die Tür. Keine halbe Minute später ist er da.

What’supchildren?“, fragt er freundlich.

We want to buy something to eat.” versucht sich Mason aszudrücken.

Okay dear. I can drive you with our car to the market.”

Oh no, we ca do ourself. But we don’t know where we have to go.” Oh man, ich kann nicht mal verstehen, was sie da reden. Das muss sich aber schnell ändern!

Okay, do you sea that street? You have to go right and then you must follow the street. You can’t miss it.”

Well. Thank you.”

Ah and don’t forget, I want you to show your horses for the next time.”

Pferd habe ich auch verstanden, aber den Rest?

Also, wir müssen an der Straße dort hinten rechts ab und dann geradeaus. Wir können den Supermarkt nicht verfehlen. Ach und er will und die Pferde zeigen, die wir reiten dürfen.“

Nach zehn Minuten sind wir da. Ich muss laut auflachen, als ich den Parkplatz sehe. Sie haben, wie wir Parkplätze haben, Kleine Boxen mit Überdachung in Reihen auf den Platz vor dem Supermarkt. Am Rand gibt es um die zehn Parkplätze. Ich mache ein Foto. Jeder muss sein eigenes Schloss mitbringen, um die Ställe ab zu schließen. Man muss sie nicht abschließen, man kann die Pferde auch einfach da stehen lassen. Es gibt kleine Boxen und große. Breite und schmale. Manche sind so breit, dass man, wenn man mit einer Kutsche gekommen ist, sie mit hinein stellen kann. Ich bin sprachlos und fasziniert. Es gibt sogar Futter und Wasser. Wir gehen in den Supermarkt, der halb so groß ist, wie der Pferdeparkplatz. Es gibt im Supermarkt sogar eine Abteilung mit Pferde Zubehör.

Wir kaufen alles, was wir brauchen und gehen nach Hause. Naja, nicht unbedingt nach Hause, sondern in die Ferienwohnung. Ich räume alles, was gekühlt werden muss in den Kühlschrank.

Wollen wir uns gleich mal die Pferde ansehen?“, fragt Mason, und gibt mir die Lebensmittel an.

Gerne, meinst du wir dürfen gleich schon reiten?“, frage ich Mason und nehme den Käse und den Kopfsalat aus seinen Händen.

Bestimmt, aber ich muss fragen.“

Ich gehe nach Oben, und sehe mir die anderen Zimmer an. Die sind für jeweils ein Kind viel zu groß. Das könnten alles normale Schlafzimmer sein. Ich finde es irgendwie langweilig mir die Zimmer an zu sehen, also gehe ich nach unten auf die Terrasse. Es ist warm draußen und ich lege mich auf den Sonnenstuhl. Super, jetzt bekomme ich wenigstens ein wenig Farbe, da verschwindet die Sonne und ein Gewitter zieht auf. Moment, das ist kein Gewitter. Das ist ein Sturm. Ein Wirbelsturm!

Mason! Da kommt ein Wirbelsturm auf uns zu!“, rufe ich panisch.

Keine Sorge, dafür gibt es die Keller.“ Er zeigt auf eine Luke im Boden. Er macht sie auf und bedeutet mir mit einer Handbewegung, hinein zu steigen. Ich gehe eine Leiter runter, gehe noch einmal hinauf, nehme meine Wertsachen, und steige wieder hinab. Mason macht die Luke zu, und die Taschenlampe an. Da ist eine Kellerspinne. Zwei!

Ihhh, daa sind zwei Spinnen!! Mach die weg!“ schreie ich.

Kann ich nicht.“ sagt Mason.

Mach die weg!“ wiederhole ich hysterisch.

Lena, sieh mich an. Diese Spinnen sitzen da und tun dir nichts, versprochen“; sagt er und die Spinne läuft die Wand herunter.

Sie kommt zu mir! Mach die Weg!“ schreie ich wieder. Dieses mal geht aber auch das zappeln los.

Ich mache einfach die Luke auf und gehe raus. Draußen ist es dunkel. Ich sehe, wie ganz viel Sand und Erde umher gewirbelt wird. Der Sturm scheint doch nicht so stark zu sein. Ich habe meine Wertsachenimmer noch in der Hand. Oben im Zimmer, räume ich sie wieder ein. Ich gehe zum Kühlschrank und mache mir ein Brot mit Käse. Von Mason immer noch keine Spur. Er hockt vermutlich noch im Keller, bei den Spinnen. Allein bei dem Gedanken, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Mir ist langweilig.ich traue mich doch noch einmal die Spinnenluke auf zu machen.

Komm raus, der Sturm ist seit einer halben Ewigkeit vorbei.“
Er klettert aus dem Keller und schüttelt sich,
dabei fällt ihm die Spinne von der Hose.

Mach die weg!“ schreie ich, aber plötzlich verschwimmt alles, und ich falle auf den Boden. Ich bin nicht Ohnmächtig, sondern mir ist plötzlich schwindelig geworden. Als ich wieder was sehe, sehe ich die Spinne unmittelbar vor meinem Gesicht. Jetzt ist es doch zu viel für mich. Ich wache im Bett auf.

He, du hast aber lange geschlafen.“ sagt Mason neben mir, „Ich bin fast zu Willi gegangen.“

Jetzt erinnere ich mich wieder an die Spinne.

Ist sie weg?“, frage ich mit brüchiger Stimme.

Ja, ich habe sie raus gebracht, als du da lagst, und sie auf dir herum lief.“, sagt er. Ich schüttle mich. Allein die Vorstellung macht mir Gänsehaut.

Gut.“ sage ich. „Wie lange habe ich geschlafen?“

Eine viertel Stunde.“ sagt Mason.

Ich stehe auf,gehe ins Bad und wasche mir mein Gesicht. Als ich in mein Gesicht sehe, sehe ich einen Schnitt, einen oberflächlichen Schnitt, der sich über meinen linken Oberkieferknochen erstreckt.

Mason, was ist das?“ frage ich mit leicht zitternder Stimme, denn ich kann mein eigenes Blut nicht gut sehen. Wenn es viel ist, kippe ich um, aber bei so etwas, wie hier, wird mir nur übel.

Er kommt ins Bad und sieht sich den Schnitt an.

Das ist passiert, als du gegen den Glastisch gestoßen bist. Tut es sehr weh?“, fragt er.

Nein, aber es sieht ekelhaft aus.“ sage ich.

Nach einer Weile hat es aufgehört zu bluten und ich habe es schon desinfiziert.

Wir gehen zu Masons Onkel. Es stellt sich heraus, dass er deutsch kann.

Na Kinder. Wollen wir euch doch mal eure Pferde zeigen.“ sagt er und sieht uns freundlich an.

Oh gerne.“, sage ich, aber sein Blick und seine Gedanken hängen am Schnitt.

Was ist passiert?“, fragt er.

Eh, also als ich in den Keller wollte, bin ich gegen die Holztür gestoßen. Es ist nicht so schlimm wie es aussieht.“, lüge ich ein wenig.

Das ist doch nicht mehr als ein Kratzer.“, sagt er.

Er bringt uns in einen Stall. Ich sehe ein schwarzes Pferd. Es stehen nur drei im Stall, aber es ist das auffälligste.

Das ist Bounty. Der Schimmel dort vorne ist Beagel und der Schwarzbraune ist Chocolate. Ich dachte, du könntest Chocolate nehmen und du, Lena nimmst am besten Beagel. Der ist einfach.“, sagt er.

Ich glaube, ein schwieriges Pferd ist besser für sie, sie kann besser reiten als ich, und sogar besser als Mama.“, sagt Mason. Insgeheim bin ich ihm dankbar, denn ich hasse es auf einem Pferd zu sitzen, das immer das macht, was man möchte.

Wow, das mag was heißen.“, sagt Willi, „Ich denke du solltest Bounty nehmen.“

Ich nicke kurz, nehme mir ein Halfter, lege es Bounty an und führe ihn in die Stallgasse. Die Sattelkammer ist am Ende der Stallgasse, wurde mir gesagt, also gehe ich in die Sattelkammer, nehme den Sattel und die Trense, lege den sattle auf und nehme mir die Trense. Als Mason und ich fertig sind mit satteln, gehen wir auf den Reitplatz und reiten. Schritt, Trab,Galopp. Bounty hat eine sehr weiche Gangart. Es ist fast so, als würde man schweben. Da ist nur ein Problem. Bounty ist blind, und muss sich auf seinen Reiter 100 Prozent verlassen können. Er reagiert auf jede kleinste Bewegung und ich muss alles präzise ausführen, damit er sich auf mich verlassen kann.

Das sieht wundervoll aus, Lena!“, ruft Mason mir zu.

Danke. Es mach auch total viel Spaß!“, rufe ich zurück.

Nach zwei Stunden, wird es wieder richtig Sonnig. Wir bringen die Pferde zurück in den Stall und gehen ins Haus. Nein, nicht ins Haus, sondern auf die Terrasse. Auf der Terrasse stehen Sonnenstühle und ich finde es super bequem, denn die haben keine vorgegebene liege -position.

Sarah, die Frau von Willi, kommt und bringt uns Smoothies.

Danke, aber das war doch nicht nötig.“, sage ich, aber sie sieht mich nur fragend an. Kann sie etwa kein Deutsch?

Für unsere Gäste doch nur das Beste.“, erwidert sie. Nun bin ich erstaunt, denn sie hat gar keinen Akzent.

Kommen sie aus Amerika?“, wage ich zu fragen.

Nein. Ich komme aus einem kleinen Dorf bei Hamburg. Ich bin als ich 22 Jahre alt war nach Amerika gekommen, um in New York zu studieren und da war Willi’s Schwester Jane, Masons Mutter,in meinem Kurs. Wir waren super gute Freunde, und so habe ich Willi kennen gelernt.“

He, Mason. Ich wusste gar nicht, dass Jane studiert hat.“, sage ich.

Sie hat zwei mal studiert.“, erzählt Sarah weiter.

Heute bin ich schon früh müde. Als ich schlafen gehe, ist es gerade mal halb acht und noch hell draußen. Ich mache im Schlafzimmer die Rollläden runter und schlafe fast sofort ein. Ich träume von Jeany und Laura. Wieso denn von Laura? Sie verwandelt sich in eine Hexe und will Jeany fressen. Kurz bevor sie das tut, wache ich auf. Ich stehe im Stall. Es ist kalt und ich gehe wieder rein. Mason sitzt vor dem Fernseher. Ich setzte mich zu ihm, da merke ich, dass er gar nicht wach ist. Ich mache den Fernseher aus und hole eine Decke, mit der ich Mason zu decke. Oben sehe ich auf die Uhr. Zehn vor vier. Morgens. Ich kann nicht mehr einschlafen. Wie lange habe ich geschlafen? Achteinhalb Stunden. Mir ist langweilig und ich weiß nicht, was ich machen soll, also gehe ich noch einmal in den Stall, hole Beagel aus seiner Box, denn ich will nicht riskieren mit Bounty in den Wald zu reiten und über einen umgekippten Baumstamm springen zu müssen. Ich sattle ihn und reite in den Wald. Es ist schon fast wieder hell. Ich finde es toll morgens früh aus zu reiten und den Sonnenaufgang zu sehen. Ich habe mein GPS taugliches Handy dabei, damit ich nicht, wie Hänsel und Gretel Brotkrümel streuen muss und die Raben sie fressen und ich den Weg zurück nicht finde. Ich reite eine viertel Stunde einfach nur geradeaus. Der Wald ist nicht so grün, wie Zuhause. Ich will gerade umdrehen, da höre ich ein Geräusch. Was war das. Ich reite zu der Quelle. Es hört sich an, als würde jemand weinen, aber wer sollte schon um diese Uhrzeit im Wald sein, außer jemand, der es genauso liebt, wie ich morgens früh los zu reiten. Nach fünf Minuten komme ich zu einer Straße, die durch den Wald führt. Ich reite die Straße ein Stück entlang, bis ich eine kleine Gestalt am Wegesrand entdecke. Als ich weiter darauf zu reite, erkenne ich ein kleines Mädchen. Ich steige ab, nehme die Zügel in die Hand und gehe zu dem Mädchen. Es ist höchstens drei Jahre alt.

Hello, what are you doing here?”, versuche ich mit meinem wenigem Englisch heraus zu bekommen. Sie antwortet nicht. Nun versuche ich es mit Französisch, aber auch das klappt nicht.

Hey, wie heißt du?“, frage ich nun, aus meiner Hoffnungslosigkeit. Das Mädchen hebt nun den Kopf und sieht mich an.

Ada.“, antwortet sie. Sie kann deutsch, das ist doch super. Ihr Name ist aber türkisch.

Und was machst du hier so alleine?“, frage ich. Jetzt fängt sie wieder an zu weinen.

Bist du schon einmal geritten“, frage ich um sie ab zu lenken.

Nein.“, sagt sie mit geröteten Augen.

Na dann wird es ja Zeit. Na komm.“ Ich hebe sie auf Beagel, steige auf und reite den Weg zurück. Auf dem Weg von eben, wo es nur geradeaus ging galoppiere ich. Auf dem Hof von Masons Onkel, stelle ich Beagel wieder in seine Box, nehme Ada an die Hand und gehe ins Haus. Ich wecke Mason und hoffe, dass er weiß, was wir machen sollen. Ich wecke ihn. Mit einem langen „Hmm“, weiß ich, dass er noch nicht zuhört.

Mason, ich habe ein Problem, es ist dringend, du musst mir bzw. uns helfen.“ Mit einem Ruck ist er wach und sieht mich an. Ich deute mit dem Kinn auf Ada. Er sieht Ada.

Wo kommt die denn her?“, fragt er ein wenig verwirrt.

Ich war im Wald reiten und da saß sie am Straßenrand. Sie spricht deutsch und heißt Ada.“, sage ich.

Er sieht Ada immer noch an.

Komm Ada, ich bringe dich hoch, du bist sicherlich noch müde.“, sage ich noch, damit wir ein wenig mehr Freiraum haben um uns zu unterhalten, aber da geht auch schon die Schreinerei los. Ich habe mich am Morgen nach der Ankunft ein wenig umgesehen und Kleider im Kleiderschrank des Babyzimmers entdeckt. Sie würden Ada perfekt passen. Ich ziehe ihr Kleid aus und tausche es gegen ein Schlafanzug Oberteil, dann ziehe ich ihre Strumpfhose aus und tausche die Pampers gegen eine frische und ziehe ihr eine Hose an.

Komm, wir gehen zu uns ins Bett.“, sage ich zu ihr, damit sie nicht alleine schlafen muss. Sie legt sich neben mich und schläft fast sofort ein. Ich trage sie ins Kinderzimmer und lege sie sanft ins Kinderbett. Unten sind schon Willi und Sarah.

Sie schläft.“, sage ich.

Oh super.“, sagt Sarah.

Ich habe bei der Polizei angerufen. Sie sagen, dass sie fürs erste bei uns bleibt, bis ein Platz im Kinderheim frei wird. Kann sie bei euch bleiben? Du scheinst ja ihr Vertrauen gewonnen zu haben, Lena.“, sagt Willi.

Gar kein Problem. Mason und ich machen das, nicht wahr Mason?“, frage ich mit leichtem Grinsen. Wir sitzen noch zwei Stunden im Wohnzimmer und quatschen, dann geht Willi wieder in den Stall, Boxen ausmisten. Mason geht mit.

Sarah und ich sitzen noch ein wenig, bis wir ein leises weinen hören. Wir gehen hoch und sehen Ada in ihrem Bett schlafen. Vermutlich hat sie einen Albtraum. Wer weiß, was sie schon alles erleben musste. Ich nehme sie mit ins Wohnzimmer, lege sie auf meinen Schoß und unterhalte mich mit Sarah. Um halb eins wird Ada wach.

Guten Morgen.“, sage ich und streiche ihr Haar zur Seite.

Hast du Hunger.“, frage ich sie. Sie nickt. Ich hole aus einem kleinen Lagerraum einen Kinderstuhl und setzte sie hinein. Ich nehme mir ein Brot, bestreiche es mit Butter und lege eine Scheibe Käse drauf. Sie isst das Brot auf und trinkt die Milch, die ich ihr noch hingestellt habe auf.

Wann hast du denn Geburtstag?“, frage ich und erhoffe mir ein Datum.

Im August.“, antwortet sie. Soviel zum Datum, aber woher soll sie denn das wissen?

Und wie alt bist du?“ Ich starte noch einen Versuch.

Sie hält zwei Finger in die Höhe. Also wird sie bald drei. Und jetzt müsste man noch wissen. Wann sie genau Geburtstag hat. Moment mal! Da war doch ein kleiner Zettel in ihrem Täschchen. Ich sehe noch einmal drauf. Es ist ein Brief.

Meine liebe Ada,

ich hoffe, irgendwann wir dir irgendjemand diesen Brief vorlesen.

Als erstes musst du wissen, als du klein warst, hast du nicht ohne deinen Schnuller

geschlafen. Du hast am 24.08. Geburtstag. Ich hoffe, dass ich dich eines Tages wieder sehen werde.

Du bist in Bremen geboren und aufgewachsen, und wir haben nur Urlaub gemacht.

Dein Vater ist bei einem Autounfall von uns gegangen, als du ein halbes Jahr alt warst.

Du bist durch ihn halb Türkin. Dein Name ist Ada Lina Fink.

In Liebe deine Mutter

Ich beschließe, einkaufen zu gehen. Was brauchen wir?

  • Schnuller

  • Käse

  • Trinkbecher

  • Milch

  • Erbsen und Möhren

  • Brot

  • Salat

  • Tomaten

  • Gurke…

„Ada, willst du mitkommen, einkaufen?“, frage ich, damit sie sich nicht langweilt.

Sie nickt. Ich hebe sie aus dem Kinderstuhl, gehe nach oben und ziehe ihr eine neue Pampers an.

Dann nehme ich eine Hose aus dem Schrank und einen langarmigen Pullover. Schuhe zieh ich ihr auch nicht die von vorher an, denn die waren ihr viel zu klein.

Ich nehme sie auf den Arm und gehe in den Stall. Ich hole Bounty aus seiner Box, sattle ihn, setze Ada drauf, klettre hinter sie und reite zum Supermarkt. Ein Schloss habe ich in meiner Tasche.

„Wie heißt du?“, will Ada nun wissen. Hatte ich meinen Namen gar nicht gesagt?

„Lena.“, sage ich. Am Supermarkt nehme ich sie vom Pferd, stelle Bounty in eine Box, schließe ab, nehme mir einen Einkaufswagen und setzte Ada in die Sitzvorrichtung. Als erstes, darf sie sich einen Schnuller aussuchen. Sie nimmt einen Rosaroten mit einer Blume. Dann hole ich eine Trinkflasche.

„Isst du normalerweise Babybrei?“, frage ich, denn ich habe keine Ahnung in welchem Alter sie damit aufhören.

Sie schüttelt den Kopf. Ich gehe noch den Rest meiner Liste ab und bezahle. Draußen packe ich die Einkäufe in die Satteltaschen von Bounty. Ich setzte Ada wieder vor mich und reite zum Hof. Ich nehme die Einkäufe mit ins Haus und sortiere sie in die Schränke ein. Dann nehme ich Ada mit nach oben und schaue, was es an Spielzeugen gibt. Aha, das ist doch schon mal etwas. Ich habe ein Regal voller Bücher gefunden.

„Wollen wir ein Buch lesen?“, frage ich. Ihre Augen funkeln und sie freut sich über mein Angebot ihr etwas vor zu lesen. Oh wie süß! Nach einer Stunde, gehe ich zu Willi.

„Habt ihr ein Pony?“, frage ich. Er sieht mich erst überrascht an, aber sein Blick fällt auf Ada und er beginnt langsam an zu nicken. Er führt uns zu einem anderen Stall, wo Mason gerade ein Pferd putzt und deutet auf eine Box, die erst mal leer erscheint, als ich sie dann aber aufmache steht vor mir ein kleines Shetty. Es hat einen Braunen Kopf, weißen Körper und braune Flecken darauf. Ich nehme mir einen Strick, mache es am Halfter fest, bedanke mich bei Willi putze und sattle es. Ich setzte Ada drauf und gehe auf den Reitplatz. Sie scheint Spaß zu haben.

Am Abend sitzen wir zu dritt vor dem Fernseher. Wir sehen uns eine Sendung über die Aloe Vera

Pflanze an. Die ist langweilig. Um acht Uhr gehe ich mit Ada hoch in „ihr“ Zimmer und ziehe ihr einen Schlafanzug an. Ich nehme einen „Strampler“. Nein, es ist nicht wirklich einer, sondern sieht ein wenig so aus. Ich nehme einen Schlafsack aus dem Schrank, denn Nachts kann es hier echt kalt werden und ziehe ihn ihr an. Dann hole ich den Schnuller und gebe ihn ihr.

„Willst du hier, oder bei uns schlafen?“, frage ich.

Sie zeigt mit dem Finger auf die Wand, die zu unserem Zimmer geht. Ich nehme sie auf den Arm, nehme mir noch ihre Decke mit und lege sie in unser Zimmer ins Bett. Dann gehe ich aus dem Zimmer, doch sie kommt hinter mir her. Ich nehme sie wieder mit zum Sofa, und lege sie auf meinen Schoß, wo sie nach einer Weile ein schläft. Um elf Uhr gehen Mason und ich schlafen. Sie liegt in der Mitte, damit sie nicht, wenn sie sich dreht aus dem Bett fällt.

Leave a Reply