Skaaa 1

Posted by: Anna Reimer in Allgemein, Geschichten, Skaaa Add comments

Wie viel Uhr ist es? Nein! Schon halb sieben, ich muss aufstehen und zur Schule gehen! Nur nebenbei: Zur langweiligen Schule. Ich sprinte förmlich aus dem Bett, da ich es leichter finde kurz und schnell aufzustehen, als lange und langsam. Mein Fuß berührt irgendwas, ich ziehe ihn ein, worauf hin ich mit dem ausgestreckten Händen auf den mit Teppich ausgelegten Boden falle. Ich drehe mich um, um zu schauen auf was ich getreten bin, es ist eine braune Haarklammer, die nun in drei Teile zersprungen ist. Egal, sie war eh nicht sonderlich schön. Ich stehe unter schweren Bedingungen wieder auf und gehe ins Bad, schnell dusche ich mich, schnell heißt bei mir eine halbe stunde. Während das warme Wasser mir den Körper runter läuft, zerbreche ich mir den Kopf über Kyla. Kyla ist einer meiner engsten Freundinnen, sie ist wie man sich wohl schon denken kann, langweilig. Ich meine, nicht das ich mit ihr kein Spaß habe oder so, aber wir sprayen nicht an Häuser oder quatschen einfach so irgendwelche Jungen an. Vielleicht denkt Kyla ja genau das selbe! Das ich langweilig bin und sie gern verbotene Sachen machen würde, vielleicht musste nur einer von uns genug Mut haben es anzufangen. In diesem Fall wohl ich. Ich shammpooniere mir meine langen roten Haare mit meinem Lieblingsshampoo, das nach Himbeere riecht ein und klatsche mir Duschgel auf meinen Körper, verstreiche es auf meinen Beinen und Armen. Dann kommt noch ein Peeling ins Gesicht und ich wringe meine rote Haarpracht aus. Ich schiebe die Duschtür auf, auf der Heizung wartet ein angenehm warmes Handtuch auf mich, ich kuschle mich darin ein und würde am liebsten in dieser Position verweilen, doch ich weiß, dass ich mich anziehen muss, weil ich doch länger geduscht hab als eigentlich geplant. Automatisch trockne ich mich in Sekundenschnelle ab ziehe mir meinen Bademantel über und laufe in mein Zimmer. Vielleicht fragt man sich wie unser Hau aufgebaut ist, wenn ich zum essen runter aber zum Bad nicht runter laufen muss.Also das ist so: Ganz unten ist unsere Küche, das Wohnzimmer, der Wintergarten, eine Toilette und die Gerätekammer. Eine Treppe weiter oben, ist das Gästezimmer und das große Schlafzimmer meiner Eltern, wo ich mich früher immer in die Mitte gekuschelt habe. Wenn man nochmal ein paar Stufen steigt, kommt man in die Etage wo meine Schwester und ich wohnen, wir teilen uns ein Bad und haben beide relativ gleich große Zimmer.

Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und weiß nicht was ich anziehen soll, zum Schluss entscheide ich mich immer für Jeans und Top oder T-shirt. Aber heute will ich mal was anderes anziehen, nichts braves, langweiliges. Ich ziehe mir ein schwarzes T-shirt wo man vorne komplett durchschauen kann aus den tiefen meines Schrankes, dazu eine enganliegende schwarze Leggins und damit alles passt da drüber noch eine schwarze Lederjacke. Ich gehe nochmal ins Bad um mich zu schminken, heute mache ich stark Wimperntusche drauf, dunkel blauen Lidschatten und Kayal. Meine Haare locke ich ein wenig mit dem Lockenstab. Ich gucke mein Endergebnis im Spiegel an: Totale Veränderung, aber gefällt mir, sieht böse aus.Meine dunkel blauen Augen werden durch den Kayal und Lidschatten sehr betont, die Wimperntusche macht sie größer, aber irgendwas fehlt noch. Lippenstift! Dunkel rot! Ich suche in meinem Fach im Bad solange bis ich den dunkel roten Lippenstift, den ich mir mal zum Spaß gekauft hab, wieder finde, nun trage ich ihn sorgfältig auf,nicht grade dezent. Jetzt sehe ich wirklich vollkommen aus.

Ich schiebe mein Fahrrad in den dafür vorgesehenen Ständer, schließe es ab und begebe mich in die große Eingangshalle unserer Schule. Ein bisschen unsicher bin ich mir jetzt doch wegen meinem Auftreten mit dem Bösen-look. Aber wenn ich jetzt unsicher wirke, hab ich verschissen, also streiche ich mir meine, nun gelockten, Haare über die Schultern und gehe mit großen Schritten durch die Eingangshalle, in Richtung meines Klassenraums. Es ist nicht so das alle ihre Gespräche einstellen als ich komme, aber ich merke ganz genau ihr Blicke im Rücken als ich weg gehe.

Vorm Klassenraum stehen ein paar Jungen aus meiner Klasse, die Mädchen kommen meistens später, wegen schminken und so. Ich chill mich zu Jayden auf den Boden:“Hey“ begrüße ich ihn, jetzt dreht er den Kopf zu mir und grüßt:“Naa? Was hast du gestern noch gemacht?“ dabei grinst er. Wir waren gestern zusammen im Park. Ich antworte:“Eigentlich nichts, du? Warst du noch mit Liam skaten?“ „Was ist mit mir?“ fragt Liam, den ich bis jetzt noch gar nicht bemerkt hatte. Liam kenne ich schon mega lange, ein Leben ohne ihn wäre nicht mehr möglich. „Ich Jayden nur gefragt, ob ihr gestern noch skaten wart“ erkläre ich Liam, „achso, ne waren wir nicht, ich war noch mit Oliva im Kino.“ beantwortet er für Jayden. „oh, und was hast du dann gestern noch so gemacht, Jayden?“

Nichts besonderes“ sagt er in der Stimme, die heißt das er lügt

Sag schon!“

Nein, echt ich hab nur meinem Vater bei der Gartenarbeit geholfen!“ Er verschweigt mir immer noch etwas.

Und…?“

jetzt flüstert er mir ins Ohr, wobei sein Atem meinen Hals streicht:“Und wir haben einen Edelstein gefunden“

ich fange an zu lachen, ja, klar! Jayden hakt die Erde und ganz zufällig hüpft ihm ein Edelstein vor die Füße. Er sieht mich enttäuscht an, ich gucke enttäuscht auf die Uhr, zehn vor acht, gleich beginnt der Unterricht. Mrs Millon stößt zu unserer kleinen Gesellschaft um die Tür auf zu öffnen, kurz darauf strömen wir alle ins Klassenzimmer, wobei ich Jayden aus den Augen verliere. Jetzt kommt Cloe herein, sie ist eins der beliebtesten Mädchen an unserer Schule, wirklich mit mir geredet hat sie auch noch nicht, aber genau heute, kommt sie zu mir und sagt:“Schönes shirt!“ ich werde rot und stammle:“danke“ Cloe geht zu ihrer kleinen Crew die aus Noah, William, Evelyn und natürlich Cloe besteht. Bei denen ist es bestimmt nicht langweilig. Ich setzte mich zu Jayden, Liam, Olivia und Kyla, wir quatschen ein bisschen, dann stößt Ava hinzu, typisch ist sie die erste die mich auf meine Klamotten anspricht:“Warum heute so anders gekleidet?“ sagt sie mit einem spaßendem Unterton, „ich hatte Lust drauf“ kläre ich auf. Sogar das ich mal was anderes anziehe findet Ava so spannend, dass ihr jetzt bestimmt mindestens eine Woche nicht mehr langweilig ist. Jetzt kommen unsere Mathe Lehrer zur Tür herein. Ich hasse Mathe, zum Glück ist morgen Wochenende.

Der Tag heute vergeht schnell, Mathe, Sport, Deutsch, Reli, Wochenende!! Ich schmeiße mich auf mein Rad und will schnell nach Hause fahren, aber eine Stimme hinter mir lässt mich zu Eis gefrieren:“Hey Ska, hast du Angst vor bösen Sachen? Wenn nicht komm um drei in den N Ben Maddox Way 24.“ Als ich auftaue und mich traue mich umzudrehen ist Cloe schon weg.

Es ist 13:30 Uhr als ich Zuhause ankomme, ich habe noch genug Zeit, mich ein bisschen hinzulegen und zu schlafen, ich bin total müde, gestern wurde das Abendessen ja spät. Ich lege mich in meinen Anziehsachen ins Bett und bevor ich groß über nacher nachdenken kann, fallen mir meine Augen zu.

Ich träume eigentlich nie, oder zumindest erinnere ich mich nie an meine Träume. Genau wie jetzt. jemand klopft an die weiß lackierte Tür, meines Zimmers. ich wache auf und erinnere mich schlagartig nur noch an den Moment eingeschlafen zu sein, ich erinnere mich noch nicht einmal an das Gefühl das man beim Schlafen hat. Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen:“Ja?“

Die Tür öffnet sich, dabei schleift sie über den Boden und ein leises rauschen ist zu hören. Dieses Geräusch wird aber direkt von der hohen Stimme meiner Mutter überdeckt:“Oh, das tut mir leid!N Ich wusste nicht das du schläfst! Ich wollte dir nur sagen, dass es drei Uhr ist und essen gibt.“ Damit verschwindet sie wieder aus meinem Zimmer. Typisch, pünktlich um drei Essen. Um drei?! Scheiße! Ich muss in d N Ben Maddox Way 24! Auf einmal kribbelt mein Bauch lauter Spannung. Schnell ins Bad, Schminke erneuern, dann runter und weg bevor Mama sagt ich darf nicht. Ich öffne die Haustür, geschafft! Niemand hat mich bemerkt! Welche Schuhe? Die schwarzen nikes passen ganz gut, ich schlüpfe schnell hinein, schnüre sie enger, stehe auf und werde unterbrochen:“Wo willst du denn hin? Es gibt jetzt essen!“

Sorry Mama! Ich kann jetzt nicht; bin verabredet“

Ich laufe aus der Tür, sowas mache ich sonst nie. Aber macht spaß! Ich höre sie noch leise sagen:“Oh nein, sie wird wie ihre Schwester“ Ich muss grinsen, bis mir einfällt, dass sie uns wenn wir nicht brav sind, nicht zwei Wochen allein zu Hause lässt. Ich gehe zur Hahltestelle der Bahn, hole mein Handy aus der Tasche und tippe ein:

Hey Mama, sorry das ich grad so schnell das Haus verlassen habe obwohl es Essen gab! Kommt nicht wieder vor!

Ich hoffe doch, dass ihr das genügt, ich weiß das es ihr nicht genügt, egal. Auf dem Plan steht, der nächste Bus zur N Surke St kommt in vier Minuten, ich werde zu spät kommen. Die N Surke St ist die Parallel Straße des N Ben Maddox Ways, ich muss also nicht viel zu Fuß laufen. Ich setzte mich auf die Bank, der Bus müsste von rechts kommen, also schaue ich nach rechts, bis ich den Bus am Horizont sehe. Ich stehe auf, der Bus bleibt vor mir stehen, ich steige ein, zeige dem Busfahrer mein Monatsabo und setzte mich nach ganz hinten. Meinen Kopf lehne ich an die Scheibe. Beim Bus fahren schaue ich gerne auf die Straße, die weißen Streifen scheinen vorbei zu fliegen. So ganz verstehe ich nicht wofür die da sind, vielleicht als begrenzung für die Autos oder so was. Ich nehme mein Handy in die Hand, aktiviere Musik, stecke mir Kopfhörer in die Ohren und lasse mich von der epischen Musik leiten. Manchmal tut man Sachen, wenn Musik läuft, die man ohne nicht tuen würde. Ohne Musik würde ich mich niemals trauen die Augen im Bus zu schließen, aber was soll mir schon passieren? Ich bin in meiner Musik-welt. Ich schließe die Augen, die Sonne fällt durch die Scheibe in mein Gesicht, dabei werden meine Augenlider schön warm. Ich nicke etwas weg, aber nicht genug um meine Haltestelle zu verpassen, dafür bin ich viel zu aufgeregt. Ein Wunder, dass ich überhaupt die Augen schließen kann, bei meinem Adrenalyn Wert! „“N Surke St“ sagt diese seltsame elektronische Stimme. Ich stehe auf, gucke mich noch mal um, ob ich auch nichts auf den Sitz liegen gelassen habe und gehe aus der Bustür ins freie.

Im N Ben Maddox Way ist nicht sehr viel los, mein Herz hämmert trotzdem so schnell, wie Fliegen mit den Flügen schlagen. Ich hoffe die paar Leute in der Straße hören es nicht! So, hier, das Haus 24! Mein Blick wandert zu den Klingeln, wie heißt Cloe denn nochmal mit Nachnamen? Quando… Meelan… Neydon! Ja, Neydon kommt mir bekannt vor. Cloe Neydon. Ich drücke die Klingel, man hört aus dem dritten Stock das klingeln; aber es regt sich nichts, also klingle ich nochmal, kann ja sein, dass sie mich nicht gehört haben, aber wieder nichts, nur das summen einer Biene neben mir, der Lärm der paar Autos die die Straße lang fahren. Seltasm. Bin ich so viel zu spät das sie ohne mich irgendwo hingegangen sind? Ich hab noch nie mit Cloe geschrieben, jetzt war der passende Moment sie anzuschreiben:

Wo bist du? Mach mal die Tür auf!

Kurz darauf kommt die Antwort:

Nein, du bist zu früh

Hä? Will sie mich verarschen? Ich bin wenn schon zu spät, will sie mich so dafür bestrafen? War das Sarkasmus? Das könnte sein. Aber das passt nicht zu ihr, ich kenne sie zwar nicht gut genug um zu sagen Cloe ist so oder ist nicht so, aber sie kommt auch immer zu spät, von daher glaube ich nicht, dass sie jetzt sauer ist weil ich ein bisschen zu spät bin. Ich versuche mich genau daran zu erinnern was sie zu mir gesagt hat, nein aber ich bin mir ganz sicher sie hat drei Uhr gesagt. Ich verstehe es nicht. Nach Hause will ich nicht, da ist Mama und außerdem bin ich grade erst dort gewesen. In dieser Gegend war ich noch nicht oft, vielleicht drei oder vier mal. Ich bin ein Landkind, ich wohne eher außerhalb, ich gehe zwar ziemlich oft in die Lincolner Innenstadt, trotzdem fühle ich mich auf dem Land wohler. Hier bin ich in ich in einer kleinen Stadt, also ein Stadtteil hat seine eigene kleine Stadt. Voll niedlich. Hinter einem DM sehe ich ein kleines Café in das ich mich setzten könnte. Ich laufe hin, mache einen kleines zwischen Stopp bei DM, um wir Eyeliner zu kaufen.

Ich sitze in einem der gemütlichen Sessel im Café. An allen vier Ecken sind kleine Fernsehr, wo Nachrichten mit leisem Ton laufen. Die Tische sind Rund, die Stühle haben grüne Polster, die Wände sind weiß, durch das weiß zieht sich ein kräftig grüner Streifen, an der Bar stehen Frauen die ganz nett aussehen, eine Frau kommt zu mir und fragt mich nach meiner Bestellung, ich bestelle einen Kakao mit Sahne. Auf dem Fernsehr berichtet ein Mann von einem Überfall einer Bank und einen Autodieb, der die Autos immer genau um vier Uhr nachts klaut. Vier Uhr nachts… Vier Uhr… das ist es! Natürlich meinte Cloe nicht drei Uhr am Tag, dann hätte sie 15Uhr gesagt, sie meinte drei Uhr nachts! Einer der netten Bedienungen bringt mir den Kakao, auf der Sahne ist Kakaopulver, ich wärme ein bisschen die Hände an der Tasse, löffle die Sahne runter, trinke den Kakao aus, bezahle und nehme den nächsten Bus nach Hause.

An meinem Schlüsselbund hängt ein kleiner Koalabär. Ich hab den da schon ewig dran und immer wenn ich die Haustür aufschließe nervt er mich, aber ich kann ihn einfach nicht abmachen, er ist so gewohnt. Jetzt nervt er mich ebenfalls, ich schließe die Tür auf, hänge meine Jacke an die Gaderobe, schlüpfe aus meinen Schuhen und gehe schnell hoch in mein Zimmer bevor Mama mich sieht. Wenn ich mich heute Nacht um drei mit Cloe treffe sollte, ich jetzt noch ein bisschen schlafen, diesmal stelle ich mir einen Wecker und lege ihn unter mein Kissen.

3 Responses to “Skaaa 1”

  1. jiyan Says:

    <3 <3 <3

  2. Anna Reimer Says:

    Vermiss dich jetzt schon <3

  3. jiyan Says:

    Bis zur Nächsten Schreib-Party :*

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