Unser letzte Tag ist angebrochen. Es sind schon sieben Stunden um, als wir aufwachen. Ich gehe ins Kinderzimmer, wo ich bemerke, dass Ada ja schon weg ist. Dann gehe ich ins Bad. Ich putze mir die Zähne, gehe duschen und dann essen. Mason setzt sich zu mir. Wir Frühstücken und wollen gleich reiten gehen. Um halb neun kommen Sarah und Willi. Sie setzten sich hoch erfreut an den Tisch und streiten lachend untereinander, wer es denn erzählen darf. Schließlich darf Sarah erzählen.

Wir wollen ein Kind.“, verkündet sie. „Aber nicht irgendeines, sondern wir wollen Ada als Pflegekind.“

Ich bin sprachlos. Ich habe keine Ahnung, was ich dazu sagen soll. Ich sitze da und sehe sie erstaunt an. Vor ein paar Tagen hatten Sarah, Willi, Mason und ich darüber gesprochen, wieso sie nicht Ada einfach adoptieren, aber sie wollten keine Kinder, denn das wäre zu viel Arbeit mit den Pferden und dann noch ein Kind.

Das ist super!“, freue ich mich, aber Mason starrt auf seinen Teller. Was ist mit ihm?

Schön, jetzt habt ihr das Kind einfach ins Kinderheim geschickt, um es dann doch wieder heraus zu holen. Ist ja super.“, sagt Mason. Was ist denn in den gefahren? Ich werfe ihm fragende Blicke zu und er sieht weg. Ich denke, dass es komisch ist, plötzlich eine Kusine zu bekommen, die man im Wald gefunden hat. Am Nachmittag werden wir Ada abholen. Willi und Sarah haben das vor ein paar Tagen mit den Ämtern besprochen.

Ich gehe hoch ins Schlafzimmer und telefoniere mit Mama. Sie hat sich bestimmt große Sorgen gemacht, als sie das mit dem kleinen Unfall gehört hat.

Ach Schatz, was machst du denn alles für Sachen.“, sagt sie mit einer Leidenden Stimmenlage.

Tja, ich bin noch jung, ich muss alles mal erlebt haben.“, antworte ich.

Jaja, bis noch was passiert.“, sagt sie. Das hört sich schon genauso an wie Oma. Als sie noch lebte.

Nach einer Stunde legen wir auf. Eine Stunde, vier Minuten und zweiunddreißig Sekunden.

Mason kommt ins Zimmer.

Was ist?“, frage ich, denn er ist irgendwie Anders. Es scheint ihn irgendetwas zu stören.

Ich finde es komisch jetzt plötzlich ein neues Familienmitglied zu bekommen, dass drei Jahre alt wird und ich erst seit einer Woche kenne.“ Stimmt, da ist was dran. Ich weiß, dass Mason Ada sehr gerne mag, und auch vieles machen würde, damit sie nicht im Kinderheim bleiben muss, dennoch jetzt, wo es so weit ist, ist es schon komisch. Am Nachmittag fahren Willi und Sarah los. Mason und ich wollten noch reiten. Wir reiten auf dem Reitplatz. Nach einer halben Stunde, fängt es an zu regnen, und wir müssen ins Haus gehen, denn Willi und Sarah haben keine Reithalle. Ich setzte mich in den überdachten Teil der Terrasse und lese. Als Mason kommt, lege ich das Buch weg und sehe in den Garten.

Du hast gar nicht erzählt, was du gemacht hast, als ich gegen die Bettkante gestoßen bin.“, sage ich in der Hoffnung, er würde es mir erzählen.

Ich habe, eh… ich habe Willi geholt. Eh, und mich um Ada gekümmert.“ Ich merke, dass das gelogen ist, deswegen, beschließe ich Sarah zu fragen.

Um fünf Uhr, hören wir das Auto von Willi und Sarah auf den Hof fahren. Mason und ich laufen in den Regen und stellen uns auf den Parkplatz. Sarah steigt aus, geht ums Auto herum, zu Ada, macht den Gurt auf und keine Sekunde später läuft sie auf mich zu und umarmt mich. Ich nehme sie hoch und umarme sie. Als ich sie auf den Boden versuche ab zu setzten, will sie mich nicht mehr los lassen.

Am Abend essen wir bei Willi und Sarah. Heute gibt es Pizza. Ada will unbedingt die letzte Nacht bei uns bleiben, aber das geht nicht, denn wir müssen morgen so früh raus, dass wir keine Zeit mehr haben werden Ada zu Willi und Sarah zu bringen. Wir einigen uns darauf, dass sie bei uns einschlafen kann, und wir sie dann, kurz bevor wir schlafen gehen zurück bringen.

Wie geplant, schläft Ada bei uns auf dem Sofa ein. Um halb acht gehen Mason und ich zu Willi und Sarah und bringen Ada vorsichtig ins Bett. Das Kinderbett ist jetzt bei Sarah im vorherigen Arbeitszimmer. Ada schläft und wir gehen gleich auch ins Bett, dann wir müssen um halb vier aufstehen und zum Flughafen. Mason geht schon vor, denn ich will Sarah noch fragen, was wirklich passiert ist. Als Mason weg ist, gehe ich zu Sarah ins Wohnzimmer, und setzte mich noch kurz neben sie.

Also, du willst wissen, wie es wirklich war?“, vergewissert sie sich und ich nicke.

Als du die Spinne gesehen hast, hast du Mason gerufen, und als er kam, standest du auf einem Stuhl an der Wand, und bist umgefallen. Ohnmächtig geworden. Mason hat versucht, dich zu fangen, aber du bist schon auf die Bettkante befallen. In dem Moment, kam Ada herein und hat dich gesehen. Sie hat sehr doll angefangen zu weinen und da hat Mason sie schnell zu uns gebracht, hat dich in Auto getragen und hat dich ins Krankenhaus gebracht. Er hat pausenlos neben deinem Bett gesessen. Wir haben versucht ihn nach hause zu bringen, aber er wollte nicht, bevor du wach wirst.“, erzählt sie. Als ich das höre, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Ich stehe auf und gehe einfach. Ich murmle noch etwas von danke und gute Nacht und gehe zu uns in die Ferienwohnung. Ich gehe ins Schlafzimmer und lege mich zu Mason. Ich weiß, dass er noch nicht schläft.

Wieso hast du mir nicht einfach die Wahrheit gesagt?“, frage ich.

Ich wollte nicht, dass ich…ach egal.“, sagt er.

Danke.“, sage ich.

Am nächsten Morgen wache ich schon um zwei Uhr auf. Ich habe nur sechs Stunden geschlafen, aber ich kann nicht mehr schlafen, deswegen stehe ich auf, packe noch ein paar Sachen ein. Um halb vier wecke ich Mason. Er ist sofort wach. Wir frühstücken zusammen und fahren um fünf Uhr zum Flughafen. Um acht Uhr geht unser Flugzeug. Willi bringt uns hin. Wir verabschieden uns noch einmal schnell von der schlafenden Ada und von Sarah und fahren los. Wie beim Hinflug begleitet uns Willi so weit er kann, aber nach einer bestimmten Kontrolle müssen Mason und ich allein weiter. Wir bahnen uns den Weg durch die verschiedenen Kontrollen und Menschenmengen und sind um viertel vor acht im Flugzeug. Um acht Uhr, pünktlich startet das Flugzeug und hebt ab.

Um zehn Uhr abends nach Amerikanischer Zeit sind wir Zuhause. Und dann die sieben Stunden Zeitverschiebung ist es fünf Uhr morgens, wenn wir ankommen. Ich werde bestimmt oft mit Ada telefonieren und vielleicht adoptieren Willi und Sarah sie ja doch noch. Jedenfalls hoffe ich es und Mason bestimmt auch.

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