„Oma!“ rufe ich und laufe ihr in die Arme. Oma ist schon fast achtzig Jahre alt und ich habe immer Angst, dass wenn sie sich erschreckt, einen Herzinfarkt bekommen könnte. Mama und Papa sagen das es völliger Unsinn sei, aber wer weiß.
„Lena! Ich freue mich dich zu sehen. Wie geht es dir jetzt? Gut? Das du mir das ja nicht nochmal machst!“ Ich bin mit den viele Fragen so überfordert, dass ich nur knapp antworte.
„Mir geht es wieder gut Omi. Mach dir keine Sorgen. Aber wir müssen jetzt wirklich weiter, wir haben noch eine Menge vor.“
„Ok, dann will ich euch nicht aufhalten. Viel Spaß!“ Oma geht zurück ins Haus und wir gehen in mein Zimmer. Als wir grade das Haus betreten kommt schon die nächste Begrüßung. Es ist Winnetou. Ihn habe ich sehr vermisst. Plötzlich kommt mir eine Idee. Da ich genau weiß, dass wenn ich jetzt vorschlagen würde reiten zu gehen, würden mir die Anderen, sprich meine Eltern, Freunde, Oma und Sebastian verbieten. Aber wenn ich heute Nacht reiten gehe, merkt es keiner.
Wir gehen hoch in mein Zimmer.
„Was machen wir heute noch?“ fragt André.
„Also Laura und ich haben schon einen Film geguckt, aber wir könnten draußen auf dem Reitplatz Volleyball oder Tennis spielen.“ schlage ich vor, bereue es aber, als mich meine Freunde schräg ansehen. Schließlich schaffe ich es doch sie zu überreden. Wir stehen also auf dem Reitplatz und spielen Volleyball. Als wir müde werden, gehen wir in mein Zimmer und schlafen sofort ein. Ich wache erst um 11 Uhr auf. Ich bin als erste wach. Wie immer. Heute ist Montag, aber wir haben frei, weil die Lehrer eine Fortbildung haben. Ich gehe in das Zimmer von Sebastian, aber er ist nicht da. Natürlich, er geht mit seinem Hund raus. Sein Hund heißt Rantanplan. Rantanplan ist ein Golden Retriever und Winnetou ein Flat Coated Retriever. Ich gebe Winnetou etwas zu fressen hole mir eine Tasse Kakao. Als ich in mein Zimmer komme, schlafen die Anderen immer noch. Ich beschließe in mein Badezimmer zu gehen, meine Sachen zu nehmen, unter anderem Kleidung und in Sebastians Zimmer zu gehen. Bei Sebastian im Bad, wasche ich mich und ziehe mich um. Ich ziehe ein kurzes, schwarzes Kleid an mit Ballerinas. Meine Haare stecke ich hoch. Draußen scheint die Sonne und es ist schon fast wie im Hochsommer. Als ich in den fünf Boxen Stall komme, steht meine Mutter vor der Box von Jeany. Sie sieht mich nicht, deswegen drehe ich mich um und gehe, bevor sie es tut. Wenn sie mich in der Nähe des Stalles sehen würde, würde sie sich denken können, was ich vor habe. Reiten. Es ist still im Zimmer meines Bruders. Eben noch stand ich im fünf Boxen Stall. Um ehrlich zu sein, weiß ich grade gar nicht wie ich hier her gekommen bin. Natürlich weiß ich es, aber es war wie in einem Traum, in einer Art nicht realen Welt. Mittlerweile ist es
12 Uhr und ich beschließe, dass es spät genug ist um Laura zu wecken. Ich gehe in mein Zimmer und rüttle leicht an ihren Schultern. Ihre Augen gehen langsam auf und sie flüstert irgendetwas von „Guten Morgen“.
„Na, du Schlafmütze! Aufstehen!“
„Bi och müdle!“ antwortet sie im Halbschlaf.
„Wenn ich gleich ein Eimer Wasser auf dich schütte, nicht mehr!“
Mit einem Satz sitzt sie senkrecht im Bett und sie ht mich wütend an, wie immer, wenn sie aufstehen muss. Sie zieht sich an und wir gehen raus. Mittlerweile ist meine Mutter auch schon aus dem Stall verschwunden. Ehe Laura etwas sagen kann, sattle ich Jeany. Als Laura in den Stall kommt, lächelt sie mich, zu meinem großen Erstaunen, an und sattelt nun auch ihre braune Hannoveraner Stute, Lili. Wir steigen auf und reiten im schritt in Richtung Wald. Der Weg, den wir entlang reiten, habe ich vor ein paar Jahren gefunden. Man reitet erst in Richtung Wald, aber biegt kurz vorher ab. Dann reitet man lange Feldwege entlang und gelangt zu einem großen Feld, da kann man super reiten und vor allem galoppieren. Als wir ankommen, galoppieren wir und picknicken anschließend. Es ist so schön in der Sonne, dass ich einen Moment lang überlege, ob es ein Traum ist. Irgendwann müssen wir leider aufstehen, denn Mason und André müssten gleich auch wach werden und wenn meine Eltern bemerken, dass ich reiten war, dann gibt es Ärger.