Skaaa 2

Posted by: Anna Reimer in Allgemein, Geschichten, Skaaa Add comments

Ich hasse das Klingeln meines Weckers, das macht mich immer unglaublich aggressiv! Im Bett ist es so schön warm, genau wie jetzt, aber dann muss er dich aus dem Schlaf reißen. Es ist zwei Uhr Nachts, in einer Stunde werde ich Cloe treffen, mein Herz schlägt schnell. Prompt bin ich hell wach. Was werden wir machen? Ich muss leise sein. Ich packe mir eine kleine Tasche mit einer Taschenlampe, Portmonee und Deo, im großen und ganzen, die Sachen die ich über all mit hin nehme. Nochmal schnell ins Bad, dann laufe ich zu Fuß zum N Ben Maddox Way, alles ist gespenstisch Still und dunkel, nur die Straßenlateren erhellen die dunkle Nacht. Um fünf nach drei bin ich bei Cloe, da ich um diese Uhrzeit nicht bei ihr klingeln will, rufe ich sie an. Ich hoffe ich habe sie nicht falsch verstanden.

Hallo Ska!“

Wo bist du gerade?“

zuhause natürlich, ich hab sturmfrei, warte ich lass dich rein“

beendet sie das Telefonat, darauf surrt die Tür, ich drücke dagegen und ich trete ins Treppenhaus ein. Mit Angst aber gleichzeitig auch Neugierde und Freunde steige ich die Treppen bis in den dritten Stock stehe. Die Tür von Cloe steht ein Stück weit auf, davor liegt ein Fußabtreter der mit „Sweet Home“ beschriftet ist. Ich streife meine Schuhe von den Füßen und gehe in die geräumige Wohnung.

HEY SKA!“ Cloe sieht wirklich gut gelaunt aus.

HEEY CLOE“ entgegne ich

ICH DACHTE SCHON DU KOMMST NICHT, WEIL ES ZU SPÄT IST ODERSO“

Was denkst du von mir!Klar komme ich!“ in echt war das allerdings gar nicht so klar, normaler Weise mache ich so was nie, doch jetzt kam es mir total normal vor um drei Uhr Nachts bei der leicht angetrunkenen Cloe zu sein.

KOMM, DRINNEN WARTEN NOAH, WILLIAM UND EVELYN!“ Oh, ich bin jetzt also um drei Uhr Nachts bei Cloe, mit ihrer ganzen Crew! Jeder weiß was für Sachen sie machen. Alle finden sie gefährlich und dumm, bewundern sie, aber ich fand das schon immer anziehend, ich wusste das es irgendwann dazu kommen würde, dass ich gefährliche aber auch geile Sachen tue. Wir gehen durch den Flur ins Wohnzimmer, ein Kasten Bier steht in einer Ecke und Musik läuft, es ist eine grüne Lampe an, es ist ziemlich gemütlichen hier. „Hallo Ska!“ begrüßt mich Noah, der mich zuvor noch nie angesprochen hat. Ich fand ihn schon immer süß, aber er ist zu arrogant und außerdem unerreichbar, ich glaube er geht mit Evelyn. Evelyn ist extrem hübsch, sie hat lange braune Haare, die sie immer geflochten über ihrer rechten Brust trägt, ihre Augen sind strahlend blau und meist von mengen weise schwarz umgeben, ihre Augenbrauen sind nur dünne braune Striche und ihre Lippen sind voll und mit roten Lippenstift aufgepusht. Wenn sie die ganze Schminke weg lassen würde, wäre sie noch viel hübscher. Alle in Cloes Crew sind schön. Ich werde niemals aufgenommen, dafür bin ich viel zu langweilig und hübsch genug schon lange nicht.

SETZ DICH DOCH ZU UNS SKAA!“ ganz eindeutig ist Evelyn auch angetrunken. Verhalten setzte ich mich auf die Couch, wo auch die anderen sitzen. Ich finde es doch unangenehm zwischen betrunenen, oder auch nur angetrunkenen, Jugendlichen zu sitzen. Cloe setzt sich ebenfalls wieder auf die Couch und schmeißt uns alle dabei um:“Sollen wir wahreit oder Pflicht spielen?“ Wahrheit oder Pflicht?! Das haben wir in der fünften Klasse gespielt! Da ich aber keine Spaßbremse sein möchte, stimme ich zu. Evelyn erklärt sich zum Spielleiter und organisiert eine Flache zum drehen wer dran kommt. Die Flasche zeigt auf Noah, er scheint der einzige zu sein, der nichts, oder zumindest nicht viel, getrunken hat. „NOOAH, WAHREIT ODER PFLICHT?“ fragt die Spielleiterin

Ähem, Wahrheit.“ er sieht gelangweilt und gleichzeitig neugierig aus. Sonst sieht er immer nur gelangweilt oder belustigt aus, so als wäre das alles nur ein Spiel für ihn, er weiß was er will und wie er es bekommt.

OKAAYY, HAST DU SCHON MIT LYN MIRGEY RUMGEKNuuTSCHT?“ Lyn ist eine Stufe über uns, sie hat gefühlt schon mit der ganzen Schule rumgemacht und hat sich garantiert auch schon an Noah rann geschmießen, es wäre also ein Wunder, wenn Noah sagt, dass sie es noch nie getan hätten.

Ne, hab ich nicht. Sie hat es auf der Party letzte Woche bei Mella versucht, aber ich hatte kein Bock, hab dann lieber mit Mella geknutscht“ er grinst selbst zufrieden, das meine ich mit arrogant. Ich wusste bis jetzt gar nichts von der Party bei Mella, warum bin ich nie auf der Gästeliste? Oder eher: Warum bin ich nie auf der Gästeliste, hänge jetzt aber mit Cloes Crew rum? Evelyn sieht leicht gekränkt aus. Noah dreht die Flasche, sie zeigt auf Cloe:“Ich finde, jetzt könntest du mit William rumknutschen.“ Er weiß ganz genau, dass sie es machen werden, weil sie was getrunken haben, aber morgen werden sie sich dafür schämen. Ich hab kein Bock auf Stress, also erinnere ich an die Spielregeln:“Du musst ihn doch erst fragen ob er Wahrheit oder Pflicht will.“

Stimmt! Also William?“ Noah sieht wie sonst auch belustigt aus.

WAHRHEIT“ sagt William entschlossen.

Okay, dann: Würdest du Ska küssen?“ schlagartig steigt heiße Luft in meinen Kopf, Noah lächelt mich frech an, er wird immer unsympathischer. Auch wenn das eine dumme Frage ist, beantwortet William sie:“Also, wenn sie so aussieht, wie sie neuerdings aussieht, wirklich gerne“ auch für diese Aussage wird er sich morgen schämen, trotzdem fühle ich mich geschmeichelt. Er dreht die Flasche ein weiteres Mal, diesmal zeigt sie auf mich, mein Körper steht unter Strom. „SKAA, HAST DU EINEN FREUND?“ ne, habe ich nicht. Meine letzte Beziehung ist glaube ich jetzt schon ein Jahr her und ich habe mich noch nicht auf die Suche nach einer neuen gemacht. „NÖ“ einfache, kurze Antwort. William sieht teils nicht zufrieden, teils sehr zufrieden aus. Er will mehr wissen, das ist klar. Bis fünf Uhr spielen wir noch weiter, dann wird es langweilig und, ich habe genug information über alle, um mir ein Bild von ihnen zu machen: William- er kommt eigentlich eher schüchtern rüber, ist aber ein ziemlicher Bastard, er hört techno und hat eine Freundin, dessen Namen er nicht „in der Öffentlichkeit“ -wie er in mitten eines Lachkrampfes sagte- preis geben wolle. Cloe- Sie hat eine harte Schale, sie ist seltsam, irgendwie so unmenschlich abenteuerlich, ich habe das Gefühl sie hat vor nichts Angst. Trotzdem ist sie sehr nett, single ist sie warscheinlich nur, weil sie niemanden an sich heran läßt, außer ihre Crew, oder, weil jeder sie für unereichbar und perfekt hält. Vielleicht ist sie das ja auch. Noah- wirk cool,ist aber seeeeehr unsymphatisch, auf jeden Fall wirkt er so auf mich. Evelyn- ist richtig nett und mega cool, sie lebt in Cloes Schatten, wenn Cloe nicht da wäre, würde Evelyn das beliebteste Mädchen der Schule sein. Sie hat einen Freund, der Josh heißt. Jetzt drehen wir die Musik lauter und tanzten zu der Techno Musik, irgendwann bin ich zu müde und lasse mich auf die Couch fallen, auf der auch William schon seelisch schläft.

Scheiße! Ich suche meine Handtasche. Wo ist mein Handy! Ich krame es heraus und schaue auf den Display, zehn Uhr dreißig, meine Eltern könnten noch schlafen und ich könnte hoch ins Zimmer schleichen, so das niemand irgendwas bemerkt.

Ich habe richtig Glück, denn ich erwische grade noch so den Bus und gehe die Treppe so leise hoch, dass man denken könnte, niemand sei im Haus, außer mein schnarchender Vater.

Ich weiß nicht ob ich an Gott glaube. Irgendwas muss unsere Welt erschaffen haben, ob Urknall oder Gott, ist beides unlogisch. Es muss etwas anderes passiert sein, es hat nur noch nie jemand seinen Glauben oder die moderne Wissenschaft infrage gestellt. Ich fänds cool, wenn ein Einhorn die Welt erschaffen hat, es hat einfach gefurzt und plumps, kam unsere Erde glitzernd und schön in ein Vakuum aus Universum. Dann hat das Einhorn, ich taufe es Fred, noch den Mars, Venus und sonst was ausgeschieden, ganz zum Schluss formt Fred mit hilfe seines Zauber-Hornes noch die Sonne. Der Gedanke ist mir lieber, als das ein allmächtiger Gott, all das mit Absicht und gutem Willen schuf. Wir sollen Jesus anbeten und man sagt, mit seinem Tod, hat er uns vom Sterben und Leid befreit, aber in wie fern tat er das? Es gibt Menschen, die viel Ehrenvoller und mit viel mehr gutem Grund starben. Das soll jetzt nicht so negativ gegen gläubige sein, aber Fred ist mir halt lieber. Fred, gibt mir mit seinem funkelndem Horn ein neues Leben, wenn ich im letzten ein gutes Lebewesen war, Fred hat die Sterne auf seinem Bauch und Fred belohnt mich, wenn ich etwas gut gemacht habe oder zeigt mir die Konsequenz. Heute bin ich mir nicht sicher, was Fred mir sagen will. Einerseits geht die Schulwoche schnell rum, im Physik Test habe ich eine zwei bekommen ohne zu lernen oder auch nur aufzupassen, meine Eltern haben nicht bemerkt, dass ich nachts um drei bei Cloe war, auf der anderen Seite des Ufers steht: nichts. Einfach absolut nichts. Ich dachte, ich würde nach der Nacht bei Cloe; ein Teil (wenn auch ein nicht so cooler Teil) der Crew sein, Cloe oder die anderen ziehen ihr Ding trotzdem durch, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich war ihnen zu langweilig, ich hätte offener sein sollen, auch etwas trinken sollen, mein Leben leben. Wie kann man sein Leben denn bitte nicht Leben? Wenn man ein Leben hat, ist man dazu gezwungen es zu leben. Auch wenn du nichts tust, lebst du trotzdem und wenn du Selbstmord machst, hast du dein kurzes Leben gelebt und dann lebst du nicht mehr, dann bist du tot oder besser gesagt: Dann entscheidet Fred über dich. Ich verstehe nicht warum Menschen selbstmord begehen. Ok, verstehen schon, weil es ihnen zu viel wird mit dem Leben und sie aus der scheiße anders nicht mehr raus kommen. Trotzdem kann ich es nicht nach vollziehen, oder wenn nur ein ganz kleines bisschen. Mir geht es ja auch nicht immer gut, in der Grundschule wurde ich oft gehäselt, habe aber nie daran gedacht mich umzubringen. Ich bin ja nicht schuld daran, wenn andere mich mobben, ich müsste doch eher die anderen umbringen und nicht mich selbst. Ich philosophiere jetzt so übers leben und über das nicht leben, da Mama vor ein paar Minuten von ihrer Zeitung aufschaute und sagte:“Kommt mal bitte alle her“ dann zeigte sie auf einen Artikel, der den Titel „22 jähriger ermordet Diamanten Finder“ trägt. Es hatte tatsächlich ein junger Kerl sein Leben in Freiheit für einen Diamanten verschwendet und dabei auch noch einen Menschen umgebracht, der vielleicht auch Familie hatte. So denke ich bis jetzt noch über das Leben und morden nach:“Mama, kannst du mir die Zeitung einmal geben“ sie sieht nicht sehr erfreut aus, also hänge ich da hinter:“Ich muss gleich zu Kyla, du kannst den Artikel doch nacher lesen!“ sie reicht mir die Zeitung mit den Worten entgegen:“Ich hab den schon gelesen“

Dann ist es ja um so besser“ sage ich und nehme ihr die Zeitung schnell aus der Hand. Sofort springt mir der Name ins Auge und alles erschließt sich rasend schnell, ich zwinge mich ruhig zu bleiben und den Text erst vollständig zu lesen, beovor ich meine Schlüsse ziehe. Sonntag Nachmittag bei der Gartenarbeit…. Marc Pullovit…. Alkoholabhängiger 22 jähriger… Sohn…. Notaufnahme…. Das Überleben des Opfers ist noch nicht klar….

Ich sprinte zum Telefon, tippe Jaydens Nummer ein und warte mit Tränen in den Augen das jemand ans Telefon geht. Jayden ist seit der Grundschule mein bester Freund, mit ihm kann ich über alles reden und seinen Vater kenne ich ziemlich gut, er ist ein netter Mann mit einem kleinen Kugelbauch und grauem Bart, er sieht noch sehr jung aus. Ich hätte Jayden zuhören sollen und ihn ernst nehmen sollen! Man bin ich blöd! Ich hab mich lieber darum gekümmert nuttig in der Schule aufzutreten, als meinem besten Freund, der immer für mich da ist, zuzuhören. Endlich hört das Tuten auf und die Stimme einer Frau meldet sich leise und scheu, es ist Jaydens Mutter, nachdem ich meinen Namen gesagt habe, hat sie sofort Jayden ans Telefon geholt:“Man Jayden! Kann ich kommen?“

Hm.. ich weiß nicht… bist du nicht mit Kyla verabredet?“

Ja“

Geh lieber zu ihr, mit mir wirst du keinen Spaß haben“

Nein, ich komme jetzt“

Ich meins ernst“

Ich auch“ damit beende ich das Telefonat.

Schnell noch eine SMS an Kyla tippen, damit sie weiß das ich heute nicht kommen kann, dann Schuhe anziehen und rennen. Der Weg zu Jayden ist nicht weit., ich muss nur zwei Straßen weiter, an der Ecke vor Jaydens Haus ist ein Supermarkt, ich gehe schnell rein um Frustschoki zu kaufen. Bio natürlich, Jayden besteht immer auf Bio. Pepsi finde ich leider nicht in Bio, Eiscreme dafür schon. Jayden hat einen muskulösen Körperbau. Er isst wie ein Scheunendrescher. Ich bezahle, dank der Bio Kost ist es teurer als nötig, jetzt hole ich den Schlüssel für Jaydens Haustür heraus (er hat ihn mir gegeben damit ich im Urlaub die Pflanzen gießen und die Katze füttern kann). Beim Treppensteigen bermerke ich, dass ich einen Mückenstich auf der Stirn hab. Scheiß Viecher.


Ich dachte echt du meinst das als Scherz mit dem Diamanten!“

Hast du es irgendjemandem gesagt?“ fragt er mich eindringlich und mit einem ungewohnt bösen Unterton.

Nein, wirklich!“ natürlich hatte ich es niemandem erzählt!

Nicht mal Kyla?“ hätte ich Ziet dafür gehabt, hätte ich es ihr warscheinlich erzählt.

Nein!“ seine Gesichtszüge lockern sich.

Mein Vater muss es irgendwem erzählt haben.“

Habt ihr den Diamant denn noch?“

Ja, die Polizei hat ihn uns wieder gegeben, aber warscheinlich müssen wir ihn dem Museum geben, weil er irgendein besonderer Edelquarz oder so ist. Ist mir aber auch egal, sie können den Beknackten Stein gerne haben!“ Er klingt verdammt deprimiert. Verständlich.

Wie geht es ihm?“ Ich meine natürlich nicht den Diamant, sondern seinen Vater.

Wie solls ihm groß gehen, vielleicht stirbt er“ dabei rollt Jayden eine Träne über die verpickelte Wange. Ich habe ihn nicht oft weinen sehen, einmal, als sein Hund starb, ein anderes mal als er sich den Arm brach und sonst nur, als er mir erzählt hatte, dass er an zyanpolodie erkrankte. Er hatte zu viel in einem Buch über alle möglichen Krankheiten gelesen un darauf hin gedacht er hätte eine unheilbare Krankheit, die er in echt gar nicht hatte.Jetzt sah ich ihn zum vierten mal weinen, aber es war kein lautes Schluchzen, sondern nur ein paar Stille Tränen.

Ich hätte nicht nach seinem Vater fragen sollen!

Ich hab dir was mit gebracht!“ ich krame die Sachen vom Supermarkt heraus und füge hinzu:“Extra Bio für meinen Bio-Junkie“ damit entlocke ich ihm ein kleines Lächeln, ich wusste doch, ich kanns noch. Wir rden über die Schule und ich erzähle ihm von der Nacht bei Cloe währrend wir uns mit Eiscreme vollstopfen.

Ich glaub ich muss jetzt gehen“ sage ich mit einem Blick auf die Uhr.

Ich liege im Bett und denke über alles nach, was in mir zu brodeln beginnt. Brauchte der 22 jährige so dringend das Geld, dass er dafür tötete? Ch könnte nie jemanden umbringen. Also bei Call Of Duty hab ich damit kein Problem, aber in real life finde ich das einfach nur pervers und egoistisch. Marc muss überleben!

Ich wache ziemlich spät auf: 12:30. Normalerweise dusche ich sofort und gehe irgendwo hin, aber heute bleibe ich einfach liegen. Mir ist heute Nacht eine Idee gekommen, ich hole einen Zettel und Stift aus meinem Nachtschrank und schreibe eine Liste. Meine Liste.#

  • den Mörder finden und Rache nehmen

  • Nachts nackt in den See springen

  • mein Zimmer umdekorieren

Mehr fällt mir so schnell nicht mehr ein, aber ich mache noch eine Liste:

  • Dani Wollok

  • Natalie Persuc

  • der Mörder

  • Alex Hepdun

Die Liste geht an die Leute, an denen ich mich rächen will. In den nächsten Tagen würden sie noch länger werden. Die nächsten zwei Wochen gingen ereignislos dahin. Mir sind noch mehr Leute für meine Liste eingefallen und noch mehr Sachen die ich tuen will.

Das Wochenende ist schon wieder vorbei, dafür sind bald Ferien. Mr Maskou erzählt der wesentlich uninteressierten Klasse etwas von Zellen, deren Bildung und Trennung. Niemand hört zu, außer ich. Ich finde das faszinierend, es ist, in Gewisser Hinsicht, wie bei uns Menschen: Wir sind eine große Zelle aber wir teilen uns immer wieder, Freundschaften die sich teilen, Ehepaare die sich teilen, Familien die sich teilen, Länder deren Meinungen sich teilen. Trotzdem ist die ganze Erdkugel und vielleicht auch noch das ganze Universum eine Zelle, dass allerdings schon vor tausend von Jahren, begann sich zu teilen. Ich melde mich nicht, auch wenn ich alle Fragen von Herr Maskou beantworten könnte, das Thema ist mir zu wichtig, wenn ich mich melden würde, würden die anderen meine kleine Teilchen Theorie nur kaputt machen. Kyla sticht mir mit ihrem Ellenbogen in die Seite:“Findest du auch, dass er verdammt gut aussieht!“ Ich betrachte Herr Maskou und komme eindeutig zu dem Entschluss: Er sieht total scheiße aus. Alle Physik, Mathematik und Chemie Lehrer sehen scheiße aus, zumindest alle die ich kenne.

Nein, find ich nicht, sein Adamsapfel schaut zu weit heraus“ ich weiß nicht genau ob Adamsapfel das richtige Wort ist, aber sie versteht was ich meine. Sie versteht immer was ich meine.

Ach, nein! Ich rede doch nicht von Herr Maskou! Nein, was denkst du denn von mir?! Ich rede von Noah!“ Achja, ich vergass für einen Moment, dass sie mir alle drei Sekunden sagte, wie gut Noah aussieht. Klar, er sieht wirklich atemberaubend aus, aber jedes Mädchen weiß, das man ihn nicht haben kann. Nur Kyla checkt es nicht.

Nja, er sieht schon gut aus, aber so nett ist er jetzt ja auch nicht“ warum habe ich das gesagt? Nein! Jetzt wird sie gleich fragen woher ausgerechnet ich das wissen soll.

Woher willst du das denn bitte schön wissen?“ Ich wusste es!

Weil ich mit ihm geschlafen hab“

Waaas?“

Nein, natürlich nicht! Aber man sieht doch, also, er sieht doch nicht mal sonderlich nett aus, weil er sieht so… Ich finde er sieht eingebildet aus.“

Hm… Ok, wenn du das meinst“

gehst du noch mit zu mir?“ Kyla sieht mich gut gelaunt an.

Ich muss meine Planungen voran treiben, denn sie müssen bis zu den zwei Wochen, die ich alleine bin und zeit habe sie auszuführen, fertig sein. Ich habe Kyla allerdings die letzten Wochen vernachlässigt und außerdem habe ich ja fast noch eine ganze Woche Zeit. Meine Liste ist auch schon fast fertig, die größte und wichtigste Frage ist nur, wen ich kit nehme um die Sachen zu erledigen. Kyla auf gar keinen Fall.

Klar“ antworte ich gelassen.

Cool“ Ich schiebe mein Fahrrad neben ihr her, sie kommt jeden Tag zu Fuß zur Schule, da sie ganz in der Nähe wohnt. Ich schnappe mein Handy, rufe Mama an und sage ihr, dass ich mit zu Kyla gehe. Sie klingt sogar etwas erfreut. Mama weiß, das Kyla ein liebes Mädchen ist und das mir bei ihr nichts passieren kann.

Was willst du denn essen? Also wir könnten uns schnell Nudeln mit Pesto machen, oder…“

Ja, Nudeln mit Pesto klingt gut“ unterbreche ich sie.

Zwanzig Minuten später sitzen wir am Tisch, trinken Cola und essen Nudeln. Ich muss ihr von Jaydens Vater erzählen, aber Jayden würde nicht wollen, das ich ihr etwas davon verrate. Früher war es doch auch kein Problem, alle Geheimnisse die Leute mir anvertrauten, an Kyla weiter zu leiten. Aber es geht um Jayden, ich muss meinen Mund halten. Alles was Jayden nicht der ganzen Clique mitteilt, ist auch nicht für die ganze Clique gedacht.

Und, wie läufts mit Noah?“

Ja, geht. Wir haben jetzt den gleichen Franze Kurs“ ihre Augen grinsen förmlich.

Noah ist in meinem Französisch, das heißt Kyla ist jetzt in meinem Kurs?

Du! Aiiiiiiihhhhh! Wir sind im gleichen Franze? Wie hast du denn das hinbekommen?!“

Es ist so schön gewöhnt mit Kyla zu reden, es macht so viel Spaß, mit ihr macht sogar schweigen Spaß. Ich hätte sie in den letzten Wochen wenigstens mal fragen können wie es ihr geht, oder ob wir uns mal wieder treffen könnten oder sie mal anrufen oder aller wenigstens eine SMS schreiebn, aber ich hatte gar nichts von alle dem getan. Scheiße, hab ich ein schlechtes Gewissen.

Der Tag vergeht sehr schnell, wie eigentlich alle Tage, die ich mit Kyla verbringe. Ich halte es fast nicht aus ihr nicht von Jayden und meinen Plänen zu erzählen, es ist aber besser wenn sie nichts weiß, sonst hält sie mich noch auf etwas dummes zu tun. Und ich arbeite jetzt schon seit Wochen darauf hin, etwas dummes zu tun. Die Frage ist nur, mit wem.

Es ist Dienstag, ich habe mehr freitags, als montags-feeling, das gefällt mir. Den ganzen langweiligen Schultag über denke ich mit einem kribbligem Gefühl im Bauch, daran, wie ich, wenn diese Woche verstrichen ist, alles erledige was auf meiner Liste steht. Wir haben Deutsch, wie so oft, machen wir freie Arebit, wobei niemand weiß was er tun soll, deswegen bilden sich kleine Gruppen (auch hier muss ich wieder an meine Teilchen Theorie denken). Wie immer bilden Jayden, Liam, Olivia, Kyla, Ava und ich eine Gruppe. Irgendwie kommen wir auf das Thema rauchen, wo bei sich unsere Meinungen schon wieder teilen. Olivia will das Rauchen niemals ausprobieren, geschweige denn anfangen. Liam und ich sind der Meinung, rauchen müsste man ausprobieren, dann aber sofort boykottieren. Frau Snoal ruf uns alle zurück auf unsere Plätze. Ich schlage mein Collage Block auf und füge meiner Liste auf die letzte Seite hinzu:

  • rauchen

Meine Liste ist Kolossal, bei Nahe perfekt. Der Tag dauert ewig, zwischen durch bin ich der Versuchung sehr nahe nach zugeben, einfach abzuhauen, wenn aber meine Mutter das Spitz kriegt, kann ich die zwei Wochen allein Zuhause und somit auch die Liste vergessen.

Die Schule ist immer noch nicht vorbei, immer hin stehen zwischen mir und der Freiheit jetzt nur noch eine halbe Stunde. Ich könnte jetzt einerseits denken: Yey, nur noch eine halbe Stunde Unterricht und dann Schulschluss. Wenn man aber daran denkt, das ich diese letzte halbe Stunde mit Französisch verbringen muss, dann wird einem schon ganz anders.

C´est la vie

Ich habe keine Lust auf französisch der Klasse mit zu teilen, was meine Pläne für die Ferien sind, schließlich kann ich ihnen so wieso nicht berichten, das ich alles mögliche Hirnampotierte tun würde und der Rest, ist relativ uninteressant. Warscheinlich würde ich noch eine Woche zu Oma fahren, den Rest der Zeit aber Zuhause verbringen. Müsste ich das alles nicht auf Französisch zur Schau stellen, hätte ich mich um die guten Noten Willen vielleicht sogar gemeldet. Obwohl, die Zeugnisse sind gestern geschrieben worden. Heute ist Dienstag, ich muss mir langsam echt mal überlegen wen ich mit auf meine zwei wöchige tour nehme. Ich habe da so ein paar Kanidaten am start, aber da ich mir nicht komplett sicher bin, warte ich lieber noch mich auf einen Namen fest zulegen. Den Rest der Stunde bekomme ich nur noch in Fetzten mit, den ich konzentriere mich voll und ganz auf einen Vogel, der auf einem Baum sitzt, ab und zu weg fliegt, mit Stroh im Schnabel wieder kommt und für seine Vogel Familie ein Nest baut, er sieht eifrig aus und, so weit ein Vogel glücklich aussehen kann, sieht er auch glücklich aus. Das kann ich durch aus verstehen, ich würde auch gut gelaunt sein, wenn ich eine Frau hätte und mit ihr ihr Kinder erwarten würde, naja, in meinem Fall, wohl eher einen Mann. Nicht das ich auch nur im geringsten etwas gegen schwule oder lesben habe, nein, im Gegenteil! Vielleicht… „Hören du mich überhaupt Ska, kannst du uns anderen bitte mit teilen was da draußen so spannend ist?“

Was?“

Du schaust doch schon die ganze Zeit lieber aus dem Fenster, als mir meine Frage zu beantworten“

Oh, wie war denn die Frage?“

Ich fragte was du in den Ferien machst“

Und so muss ich doch noch der ganzen Klasse in schlechtem Fransözisch davon erzählen, das ich eine Woche lang zu meiner Oma fahren werde, was noch nicht einmal klar ist.

Ich schmeiße meinen Rucksack neben meinen sperrigen Schreibtisch zu Boden und schiebe die Nirvana CD in meinen Cdplayer ein. Nach einem kurzen Gitarre, Schlagzeug, Bass-Intro erklingt Kurt Cobains rauchige Stimme und singt:

Load up on guns and

bring your friends

it´s fun to lose and to

pretend

Soweit ich weiß hat auch Kurt Selbstmord gemacht, ich glaube gelesen zu haben, er tar das, weil er keinen Spaß mehr hatte an dem was er tat. Ich kann das verstehen, aber ich hätte mir dann einfach ein anderes Hobby gesucht. Ich gröle laut hals den Text mit. Bis jetzt habe ich noch nie über seine Bedeutung nach gedacht, aber jetzt schon; Er sing darüber, dass man die Waffen aufladen soll, seine Freunde mit bringen soll, weil es Spaß macht zu verlieren und vorzugeben.

Etwas vorgeben. Vielleicht tat Kurt immer nur so, als ob es ihm gut geht, das macht jeder. Ich gebe auch vor jemand zu sein, der ich gar nicht bin. Alle denken, ich hätte keine Lust auf gefährliche Sachen und der gleichen, aber ganau das bin ich, ich habe Spaß an Sachen, die niemand anders macht und Lust auf Risiko. Meint Kurt das? Es macht Spaß zu verlieren?

Jetzt setzt er zum Refrain an indem er hello, hello, hello singt:

With the lights out it´s less

dangerous

Here we are now

Entertain us

I feel stupid an contagious

Jetzt singt er darüber, dass es hier draußen mit Lichtern weniger gefährlich ist, das wir hier sind, sie uns unterhalten sollen und das er sich dumm und ansteckend fühlt. Glaube ich zumindest, mein Englisch ist nicht das beste.

Auch hier hat Kurt recht! Ich habe Nachts draußen auf der Straße auch weniger Angst, wenn Laternen leuchten. Es ist genau gesehen, dasselbe, ob mit oder ohne Laternen. Es ist grusilg über die Worte eines Toten nach zudenken. Er weiß gar nicht, das ich mich hier und jetzt grade mit ihm beschäftige, vielleicht denkt er, alle hätten ihn vergessen. Haben auch viele, im Alltag dreht sich bei uns alles nur ums Jetzt, verständlich, aber wie wäre das Jetzt ohne das Früher? Die Frauen hätten noch keine Rechte, es gäbe die ganze Technik nicht und im Prinzip, gäbe es alles nicht, was wir heute für so normal halten. Ich schalte die CD aus, Kurt zieht mich runter. Anstelle von Nirvana höre ich jetzt Radio, worauf hin sich meine Laune schlagartig ändert.

I say why does it feels so good?

so good to be bad

singt eine quitschige Stimme. Das Lied ist von David Guetta, er singt seine Lieder nie selber, ist warscheinlich auch besser so. Ich kann ihm seine Frage nicht beantworten, es ist einfach ein zu schönes Gefühl, böse zu sein.

Getting what I want , Boy

Why does that make you so mad?

Ich werde bekommen was ich will, das steht fest.

Den ganzen Tag lang geht mir dieses Lied nicht aus dem Kopf, schlimmer Ohrwurm! Beim Abendessen summe ich die ganze Zeit die Melodie, irgendwann guckt meine Mutter mich genervt an:“Was summst du denn da die ganze Zeit? Eurem Vater und mir würde es sehr entgegen kommen, jetzt zu besprechen wie die zwei Wochen zu verlaufen haben.“

Mein Vater hustet einmal:“Genau, also das wichtigste ist: keine Partys und den Abwasch erledigen, nicht das alles in der Küche voll steht, wenn wir wieder kommen“ Er zwinkert. Ich mag ihn wirklich gerne. Früher hat er mich immer auf dem Arm genommen mir ins Ohr geflüstert: Meine kleine Prinsessin, und mich dann im Kreis gedreht. In seinem Armen hab ich mich immer unglaublich wohl und sicher gefühlt. Meine Mutter war schon immer streng, falls sie denkt ich werde mich auch nur in irgendeiner Art an ihre Regeln halten, hat sie sich getäuscht. Diesmal werde nicht mal ich mich an die Regeln halten, man bin ich aufgeregt. Ich muss mir nur noch Mamas Kreditkarte schnappen, ihren Pin hatte ich mir vom letzten mal Geld holen mit ihr gemerkt, damit ich mir alle Materialien besorgen kann.

I say why does it feels so good?

so good to be bad

Sogar kurz vorm einschlafen noch, wirklich grauenhafter Ohrwurm.

Mein Wecker weckt mich viel zu früh und das erste was mir einfällt ist:

Getting what I want , Boy

Why does that make you so mad?

Schnell mache ich Radio an, um etwas anderes in den Kopf zu bekommen. Mit dem Lied von Kesha im Ohr ziehe ich mich an:

La la la la la

La!

I dare you

Ein schwarzes Top, Jeans, schwarze Snickers und eine eng anliegende Kette, wenn ich genug Zeit habe, mache ich mir gleich noch schwarzen Nagellack drauf. Ich muss unbedingt in die Stadt, mir ein paar neue Sachen kaufen. Ich schnappe mir den Zettel vom Nachtschrank und schreibe in großen Lettern:

  • neue Klamotten

Meine Liste wächst ins unermäßliche, gut so, ich brauch doch auch zwei Wochen Beschäftigung, dafür ist allerdings um Längen noch nicht genug auf der Liste. In zwischen bin ich mir auch sicher wen ich mit nehme, nur ob es eine Gute Idee ist, weiß ich noch nicht. Aber ich weiß ganz sicher das sie nicht die ersten zwei Wochen der Sommerferien wegfährt, dafür hat sie in der ersten Woche Geburtstag. Wir werden sehen, alles wird funktionieren, ich war schon immer ein Perfektionist, allein deswegen muss es Perfekt werden und das wird es.

Schminke drauf, Nagelack drauf, bloß nichts anfassen! Schwarzer Nagellack auf Möbeln ist nicht besonders schön. Heute ist Mittwoch, zwei Tage noch. Wir bekommen ja auch Zeugnisse! Daran habe ich gar nicht mehr gedacht! Ich habe mich nicht sonderlich gut beteiligt, ich denke es wird ein durchschnittlicher Durchschnitt, nicht gut, aber eben auch nicht schlecht. Meine Mutter wird wieder mal nicht zufrieden sein, meine Schwester wieder mal besser als ich und mir wird das mal wieder am Arsch vorbei gehen. Counting Stars kommt im Radio, ich drehe die Lautstärke auf und singe mit.

Nachdem ich mein Fahrrad angeschlossen habe, treffe ich Liam und gehe mit ihm zusammen zur Klasse.

Und, fährst du in den Ferien weg? Achja, du fährst zu deiner Oma, stimmts?“ Er grinst, bestimmt muss er an meine fabellhafte Aussprache denken.

Ja, ich hab nicht so viel geplant, und du?“ Nein, ich habe nur die letzten Wochen ausschließlich mit der Planung der Ferien verbracht.

Ich fahre an die Ostsee, in irgend so einen kleinen Ort, meine Tante wohnt da“ klärt er mich auf.

Der Weg zur Klasse geht viel zu schnell und der Unterricht beginnt viel zu früh. Ungern quäle ich Leute mit Schule, also lasse ich die Beschreibung der Langeweile hier einfach weg. Ich frage Kyla, ob wir in den Park gehen, aber sie sagt irgendwas von Olivia und winkt ab.

Hast du etwas Zeit heute?“ versuche ich es bei Jayden.

Klar doch, kommst du mit zu mir?“

Gerne“ Wirklich sehr gerne. Jayden gibt mir immer ein bisschen das Gefühl von Zuhause sein, egal was wir machen, ich fühle mich mit ihm gut. Soll ich doch ihn fragen ob er mit mir die zwei Wochen verbringt? Aber wenn er es für eine bescheuerte Idee hält, wird er sowohl nicht mit machen, als auch mich dazu zwingen, es ebenfalls nicht zu tun. Jayden ist manchmal schwer einzuschätzen, ich traue ihm durch aus zu, vernüftig genug zu sein, es nicht zu machen. Ich traue ihm aber auch zu, nach der ganzen Aktion mit seinem Vater, sich rächen zu wollen.

Wir fahren gemeinsam mit dem Rad zu Jayden. Wie sooft beschließen wir einen kleinen Abstecher zum REWE zu machen, um Chips und Pepsi zu kaufen, ein Wunder das wir nicht dick sind! Wir machen Musik an und chillen uns in sein Zimmer, ich sitze vorm Bett und lehne mich daran an, er sitzt in seiem Schreibtischstuhl. Wir reden über Katy Perry, Schule, Ferien und alles was uns so einfällt. Die Möglichkeit, Jayden auf meine Tour mit zu nehmen, besteht, denn er ist die ersten zwei Wochen zu Hause. Ich weiß nicht, ob ich lieber ein Mädchen oder einen Jungen mitnehmen soll. So wie er heute drauf ist, bin ich mir ziemlich sicher das er mit machen würde, aber ich muss mir total sicher sein, bevor ich ihn frage. Schließlich kommen wir auf das Thema Liebe, er erzählt mir von einem Mädchen Namens Katleen, er kennt sie vom Badminton. Er sagt aber dazu, das er im Moment zu verplant sei um eine ernsthafte Beziehung zu führen. Ich offembare ihm:

Also, ich find William irgendwie voll süß“

William? Nicht Noah? William? Aber alle stehen doch auf Noah?!“ Es kling ein bisschen Resignation mit.

Nur weil Kyla ununterbrochen von Noah redet, muss ich nicht zwangsweise das gleiche tuen!“ sage ich lauter als gewollt, was ihn offensichtlich erschreckt. Wir diskutieren noch einige Zeit lang darüber, wer der hübscheste Junge ist, bei Jayden darf ich immer länger bleiben, weil er ´zur Familie dazu gehört´ und vor allem, weil er direkt nebenan wohnt. Bis elf Iuhr haben wir die Chips aufgefuttert und die Pepsi getrunken, ich verabschiede mich übergefühlsvoll und wülstig:“ Mein Traum von Schönheit, bitte versprich mir, du trist mir wieder unter die Augen, bevor mein Herz austrocknet!“ Ich will ihn damit ärgern, weil wir beschlossen haben, das er der schönste Junge der Welt ist, ach was sage ich, des Universum. Er lacht und schiebt mich aus der Tür:“Tschüss Ska! Und vergess nie die Tulpen zu gießen, bis ich wieder komme“ worauf wollte er damit heraus? Ich ziehe mir meine Schuhe an, er steht noch in der Tür, ich laufe die ersten Stufe der Treppe hinunter, drehe mich noch mal um und frage:

Ist dir langweilig?“

Ja“ sagt er ein wenig panisch, nachdenklich und trarig zugleich.

Zufrieden fahre ich nach Hause, er hat direkt verstanden was ich meine, er wird mit machen. Es liegt jetzt bei mir, wen ich auserwähle mit mir die schönsten zwei Wochen zu haben. Morgen wird Donnerstag sein, morgen muss ich es entschieden haben.

Ich will mich befreien,

Aus einer Schale aus nichts,

Einer Schale der Vergangenheit.

Vergess nicht wer ich war,

Denn ich werde wieder kommen.

Keine Angst meine Freunde, in zwei Wochen werde ich wieder da sein.

Morgen ist es endlich so weit! Heute muss ich noch nicht einmal normale Schule über mich ergehen lassen, wir haben ein kleines Fest auf dem Sportplatz. Ich entdecke Kyla und gehe zu ihr:

Halloo“ sage ich gut gelaunt.

Hiii! Ich hab dich schon gesucht! Gehen wir da zum Dosenwerfen?“

Ich hasse Dosenwerfen, ich war auch unglaublich schlecht darin, aber ok, ich bewege mich mit Kyla in richtig des Standes. Sie wirft alle um, ich nur zwei. So vergeht der Tag, bis ich endlich nach Hause darf. Mega enthusiastisch stürze ich mich auf mein Fahrrad, leider habe ich zu viel schwung, bleibe mit dem Fuß an der Pedale hängen, die Folge dessen ist, das ich, mit der Brust voran, auf dem Boden aufschlage, mein Fahrrad dämpft den Aufschlag meines Beckens auf den Boden. Ein Schmerz durchzieht meinen Oberkörper, wenn ich jetzt eine Schürfwunde auf der Brust habe… Nein, b esser, es ist ein Loch in meinem schönem dunkel lilanem Oberteil. Toll, jetzt kann man durch diese Loch auch noch ein wenig meine Brust sehen. Wäre es doch Winter, dann hätte ich eine Jacke dabei! Egal, ich rappele mich so schnell wie möglich auf, drehe mich nicht um, um keine kichernden Gesichter zu sehen und um Blicke auf meine Brust zu verhindern. Ich trete in die Pedale. Sie hat es verdient! Wegen dieser doofen Pedale bin ich überhaupt gestolpert! Zuhause schmeiße ich mich in gemütliche Sachen, inklusive Jogginghose und betätige ein paar Anrufe.

Als das erledigt ist, verziehe ich mich ohne Abendbrot ins Bett, ich bin viel zu aufgeregt um zu essen. Dafür entwende ich Mama heimlich ihrer Kreditkarte. Ich hole noch einmal meine Liste hervor, wenn noch etwas zu ergänzen ist, muss ich das jetzt ergänzen. Das tue ich. Dann knipse ich das Licht aus und liege noch lange wach im Bett, bis mir der liebe Sandmann eine gute Nacht wünscht.

ES IST FREITAG! Relativ schnell mache ich mich fertig, fahre zur Schule, kriege mein Zeugniss, verabschiede mich von meinen Freunden und fahre nach Hause. Mein Zeugniss ist gut: 2,3.

Heute um drei, wird es beginnen. Drei Uhr Nachts versteht sich. Ich schmeiße mich an meinen Computer und suche nach läden die die ganze Nacht auf haben, im näherem Umkreis finde ich nur McGraphx. Ist zwar ein sehr großer Laden, aber das ist ja eher positiv. Ich suche auf Google Street noch ein paar Adressen, dann lege ich mich noch mal ins Bett, es wird eine lange Nacht.

Mein Wecker klingelt, ich schaue aus dem Fenster, es ist stock duster, gut, ich gehe vor die Tür um auf meinen Besuch zu warten. Im Licht einer Laterne kommt eine Person die Straße entlang. Ich gehe der Person entgegen, die sich als besoffener Mann mit Bart entpuppt. Enttäuscht gehe ich zurück vor meine Haustür, die Kreditkarte sicher in meiner Handtasche verstaut.alles ist so gut geplant! Ich bin beeindruckt von mir, aber was wäre das alles ohne…

Hallo Ska“

Ich drehe mich um.

Da bist du ja! Bereit zum Aufbruch?“

Sie zieht ihre Kaputze vom Kopf, ich sehe ihr langen braunen Haare, auch heute liegen sie schön geflochten über ihrer Brust, genauso trug sie sie auch, als wir bei Cloe waren.

Ja, aber richtig“ sagt Evelyn sichtlich erfreut. sie war eine gute Entscheidung!

Hast du denn ein Auto?“

Ja, den Kleinbus meiner Eltern“ sie sieht erstaunt aus.

Echt? Wie geil ist das denn!“ ihre vollen Lippen wölben sich Kunstvoll.

Lass uns kurz die Nummernschilder abschrauben und sie gegen die von unserem Nachbarn ersetzten!“ Mein Herz läßt meinen ganzen Körper pulsieren. Ich bin so mit Adrenalien voll, das ich Angst habe es könnte oben raus fallen. Jetzt gibt es kein zurück mehr, ich habe mich so lange darauf gefreut, jetzt wird durchgezogen. Wir schleichen uns rüber zu den Gudrids, es sind nette Leute, aber jetzt muss das sein, wir holen den bereit gelegten Schraubenzieher aus seinem Versteckt im Busch und schrauben das Kennzeichen der Gudrids ab. Leise schleichen wir uns zurück zu Straße, Evelyn kann unglaublich leise gehen, sie war auch sehr geschickt beim abmontieren der Schilder gewesen, viel lärm loser und geschickter als ich. Sie hat Übung. Wir schrauben noch die Schilder vom Kleinbus ab und lassen sie in unserem Versteck im Gebüsch zurück. Die Nacht ist Nebelig und still, trotzdem drehen wir die Musik auf und fahren die Straße herunter. Ein Punkt meiner Liste ist jetzt schon erledigt, denn ich fahre ein Auto!

I say why does it feels so good?

so good to be bad

Getting what I want , Boy

Why does that make you so mad?

Evelyn und ich singen begeistert mit, sind aber ein bisschen durch unseren Lachanfall dabei gehindert den Text richtig auszusprechen. Ich schalte Team von Lorde an und wir fahren Richtung Horizont, oder eher gesagt, nach Norden, zum Einkaufzentrum. Das große Schild vom McGraphx leuchtet schwach, das G hat einen Wackelkontakt. Ich parke den Kleinbus, nicht gerade gut; in die hinterste und dünkelste Ecke vom Parkplatz, dann eilen wir ins Geschäft und laden unseren Einkaufswagen voll: Spraydosen, Engerydrinks, Streichhölzer, Rasierer, Sahne, Eier, Hammer, Schere

Die Zigaretten tue ich in meine Jackentasche, da die Verkäufer uns die ja wohl kaum kaufen lassen. Ich habe geplant, erst die Sachen zu machen die wir unbedingt schon mal machen wollen und uns dannach an den Leuten zurächen, an denen wir uns immer schon mal rächen wollten, natürlich durfte Evelyn auch noch ein Paar Sachen auf der Liste ergänzen. Mit dem Lied Back in time fahren wir raus zum Badesee. WIR werden rechtzeitig zurück sein, um die Liste weiter abzuarbeiten.

Wir düsen die Straßen entlang, ein paar Autos fahren an uns vorbei, aber wir sind die Kings der Straße mit unserem Kleinbus. „Hier rechts oder?“ ich bin mir nicht so ganz sicher, aber Evelyn bekräftigt meinen Verdacht:“ Jap, rechts, dann links und in die kleine Gasse, wir müssen nur ein kleines Stück laufen.“ Sie kennt sich so gut aus, wie beruhigend es mit ihr ist, was für eine gute Entscheidung ich mit ihr getroffen habe! Wir singen

But to understand the Future

We have to go back in Time

laut mit, als wir um die Ecke biegen, wir biegen noch mal um die Ecke, fahren in die kleine Gasse von der Evelyn sprach und steigen aus.

Juhuu! Ab durch den Wald!“ lachend führe ich uns an. Evelyn folgt mir, wir watscheln durch das Moos, bis ich einen großen See sehe, es sieht wunderschön aus: Der Mond spiegelt sich im Wasser und erhellt den Himmel leicht, der Nebel schleicht über die Wasseroberfläche, die Luft ist klar und riecht nach Regen, obwohl es nicht geregnet hat.

Lass uns baden!“ Mit dem Worten stülp Evelyn sich ihr T-shirt über den Kopf, ich tue das gleiche, lasse auch noch die Hose runter und springe fast ohne zu zögern ins klare Wasser. Uhhh… Kälter als ich gedacht hätte, aber das war´s wert! Evelyn nimmt Anlauf und springt neben mich, ihr Kopf taucht einmal unter Wasser, deshalb sind ihre Haare jetzt nass. Der Mond beleuchtet uns und sie versichert mir:“Ich freue mich total auf die folgenden zwei Wochen!“ bevor ich ihre Aussage bejaen kann, taucht sie unter Wasser, was wollte sie tun, dann merke ich es: Sie zeiht meine Beine runter. Jetzt ist auch mein Kopf nass. Lachend tauchen wir wieder auf, planschen noch eine Zeit lang rum und reden, jetzt ziehen wir uns wieder an. Ich gucke sie von der Seite an, sie hat lange gebräunte Beine und süße kleine Füße.

Okay, hast du schon mal geraucht?“ frage ich sie, wobei ich mir ziemlich sicher bin, sie schon vom Rauchen reden gehört zu haben, umso mehr erstaunt mich ihre Antwort:

Nein“ als sie wahrnimmt wie entsetzt ich sie anschaue fügt; sie hinzu:

Meine Mutter… Ihre Schwester ist an Lungenkrebs gestorben.“ Auf einmal fühle ich mich total mieserabel, weil ich die dumme Idee hatte zu rauchen, obwohl, ich will es ja nur einmal ausprobieren. Evelyn versteht meinen Gedankengang:“Also, ich stand ihr nicht nah, wenn hier zufälliger Weise irgendjemand Zigaretten mit hat, würde ich ein Angebot nicht ablehnen!“ Sie setzt ihr zauberhaftes Lächeln auf, ich weiß, das das Lächeln aufgesetzt ist, darüber muss ich mir doch aber nicht den Kopf zerbrechen, es ist schließlich ihre Entscheidung!

Na wenn das so ist“ ich lasse die Zigaretten Packung aus meiner Tasche gleiten, öffne sie und halte sie Evelyn hin. Wir nehmen jeweils eine, ich sehe ihr an wie aufgeregt sie ist. In ihrem Pupillen sehe ich mich, ich sehe auch nicht grade entspannt aus, ich bin voll mit Vorfreude. Mit einem langen Streichholz zünde ich unsere Zigaretten an, ich ziehe daran, zu tief, der ganze Rauch steigt in meine Lunge und ich muss husten. Ich ziehe noch einmal, diesmal nicht ganz so tief, es schmeckt nicht gut, ist aber trotzdem ein gutes Gefühl. Evelyn zieht ihr Iphone heraus:“Wir sollten unsere Tour in Bildern festhalten“ Ich nickte, sie stellt den Blitz der Kamera ein und macht ein Foto, warauf wir richtig bekifft aussehen, dann fotografiert sie noch den mit Nebel bedeckten See. Wir steigen ins Auto, könnte es einem besser gehen als mir gerade? Wohl kaum!

Wenn wir von der Hauptstraße abfahren, kommt bald eine kleine Villa. Wir stehen vor ihr, die Eier in der Hand einen Hand, das Handy in der anderen. Wir werfen die Eier, ein total befreiendes Gefühl! Ich mache Fotos von Evelyn, sogar beim mit Eiern eine Villa bewerfen sieht sie gut aus.Ich werfe noch mehr Eier, wir müssen jetzt fahren, sonst kommt jemand vor die Tür und sieht uns noch, den Kleinbus haben wir mit absicht an der Hauptstraße stehen lassen. Aber das geht nicht, es macht einfach zu viel Spaß reiche Leute mit Eiern zu bewerfen. Plötzlich geht im Flur das Licht an, ich werfe mich hinter einen Busch, mit meinem linkem Arm ziehe ich die verwirrte Evelyn mit:

Ey! Was soll das?!“

Psst! Da kommt jemand“ sie verstummt.

Ich gucke durch den fast schon künstlich grünen Busch hindurch: Eine Frau in Bademantel tritt vor die Tür, geht ein paar schritte in unsere Richtung. Oh nein, bloß kein Laut! Das alles darf nicht hier schon enden! Sie läßt ihren Blick durch die gegend schweifen, ich habe das Gefühl, er ruht ein bisschen länger auf uns als auf den Rest. Sie kommt noch näher. Ich spüre Evelyns schön gefeilte Fingernägel in meinem Arm, meine jämmerlichen Muskeln spannen sich an. Die Frau bückt sich und hebt einen Eier Karton auf. Mein Puls beruhigt sich etwas, doch dann mustert sie alles nochmal. Glücklicherweise geht sie wieder ins Haus. Ein paar Minuten bleiben wir geschockt im Busch liegen, jetzt krabbeln wir zur Hauptstraße um weiter zu fahren.Evelyn fährt gut und schnell Auto, ich bin so froh, wie noch nie in meinem gesamten Leben! Wie konnte ich mein Leben nur die ganze Zeit aushalten, ohne so etwas, verrücktes, zu tun! Es ist ein großartiges Gefühl! Als nächstes halten wir an einer Sparkasse.

Was sollen wir schreiben?“ ich ziehe meine Augenbraue hoch und gucke Evelyn an, sie antwortet im Belustigtem Tonfall:“Wie wär´s mit: Wo bleibt unserer Geld?!“

Ein kleines Lächeln kann ich mir nicht verkneifen, richtig begeistern tut mich ihr Vorschlag allerdings nicht.

Hm… und was ist mit: Lass uns Geld nach Afrika schicken und Bananen kaufen?“

Ich hoffe, das war kein ernst gemeinter Vorschlag! Denn ich kann nicht anders und pruste los, es dauert ein paar Minuten bis ich wieder reden kann:

Naja, ich weiß nicht! Wie findest du: Warum steht hier keine Bank?“

Evelyn lacht einmal kurz auf, wird dann aber ganz ernst:

Find ich eigentlich gar nicht so schlecht! Aber es muss ja gar nichts sein, was mit der Sparkasse zu tun hat! Ohja! Lass uns doch so ein zeichen für uns erfinden!“

Du meinst so ein Symbol was wir überall hin sprayen und auf unsere Jacken sticken und so?“

Vor Freude kann ich nicht mehr still sitzen, also schalte ich das Radio an und winkel meine Beine an.

Ja! Genau so was meine ich! Wäre das nicht sau geil?!“

UND WIE!“ sofort fangen wir an uns mit einem Kugelschreiber, den Evelyn aus den tiefen ihrer Tasche zog, Skizzen auf unsere Hände zu malen. Wir singen bei der Musik mit, entwerfen tausende kleine Bildchen.

Evelyn?“

Ja?“

Wir müssen uns echt mal entscheiden! Mein ganzer Arm ist schon voll gekritzelt!“

Ach, was? Jetzt kommen doch noch die Beine!“

Wir lachen und singen. Gleichzeitig. Hört sich nicht gut an.

Ein und einhalb Stunden später sind wir uns über allem im Klaren, der Ablauf ist perfekt geplant. Gleichzeitig reißen wir die Türen auf, unsere Mützen über den Kopf gezogen, wir lassen die Türen offen, damit wir jeder Zeit schnell weg fahren können. Das alles in Zeitlupe und mit Musik im Hintergrund und es wäre Filmreif! Ich schüttle die Sprayflasche in meiner Hand, im Prinzip ist es wie mit Deo, nur es stinkt. Ich bin für den Spruch verantwortlich und Evelyn für unser Zeichen. Ic drücke auf den Auslöser der Flasche, blaue Farbe sprüht sich wie von selbst an die Wand und schreibt: Hey rich guys! We´ll come and get it!

Daneben ist ein ein Zeichen in grüner Farbe gesprayt. Es ist ein Totenkopf mit unseren Iniziallien. Ich fühle mich verdammt cool. Im Auto geht ein Song von Lana Del Rey an, West Coast glaube ich. Ich schaue genauer hin, es ist Evelyn die das angemacht hat, gut, hatte schon ein bisschen Schiss!

Move; Baby, Move

I´m in love

Mit einem lauten Knallen schließe ich die Beifahrer Tür, schnell fahren wir weiter, während ich einen Blick auf die Uhr werfe: 6:30 und meine Augenlider werden schwer.

Lass uns morgen weiter machen! Ich meine, nachher, später halt.“

Jetzt schon auf hören? Nein, lass uns doch noch weiter machen!“

Du kannst ja weiter machen, ich muss jetzt schlafen“ ich lege mich auf die zweite, und damit auch letzte, Sitzreihe des Kleinbuses, fünf Minuten darauf fallen mir meine Augen zu und ich schlafe ein. Evelyn sitzt zu dem Zeitpunkt immer noch vorne und hört leise Musik.

Wie gesagt, ich erinnere mich nie an meine Träume, deswegen muss das, was ich gesehen habe, wirklichkeit gewesen sein. Ich kann es nicht fassen. Aber es muss so sein, denn wie sagt Watson so schön? Wenn man das Unmögliche ausschließt, muss der rest die Warheit sein. Es kann nicht sein, das ich mein Lebenlos traumlos war und jetzt ganz auf einmal etwas träume und mich sogar daran erinnere! Aber es macht doch keinen Sinn! Ich mache so etwas nicht. Wenn ich die Wahrheit wissen will, muss ich nur meine Augen öffnen, aber will ich das wirklich? Ist es gut oder schlecht, wenn es so ist wie ich Vermute? Es ist auf jeden Fall total absurd! Wiederwillig öffne ich mein linkes Auge. Oh nein! Oder oh ja?! Ja, ich sitze im Kleinbus meiner Eltern, mit dem Nummernschild meiner Nachbarn und jeder Menge zeugs für dumme Sachen im Kofferraum. Momentchen! Was ist da in meiner Jackentasche? Zigaretten?! Achja, scheiße. Ich erinnere mich wieder an alles, kein Wunder ist ja auch noch nicht lange her, aber ich bin einfach ein sehr vergesslicher Mensch. Ist es richtig was ich getan habe? Ist es falsch Evelyn da mit hereinzuziehen? Ist es zu gefährlich den Mörder aufzuspüren und auf brutaler Weise an ihm zu rächen? Ja, definitiv! Aber fühlt es sich richtig an ? Darauf kannst du wetten! Vor mir in der Reihe liegt Evelyn mit tiefen Augenringen, sie war gestern länger wach als ich, wie viel länger weiß ich nicht.

Evelyyyyyyn“ säusele ich ihr ins Ohr, worauf hin sie blinzelt:

Man Ska! Wir haben Ferien! Lass mich schlafen und sei keine Strberin die jeden Tag um 9 ins Bett geht und um 6 aufsteht!“

Klare Ansage.

jaja, schlaf du dich ruhig aus, aber stör dich nicht dran wenn ich ein bisschen rum cruse!“

Stöhnend ergibt sie sich ihrem Schicksal. Auto fahren macht spaß, aber ich hab immer Angst, die Bullen könnten um die Ecke kommen und unseren ganzen Spaß beenden. Also fahre ich vorsichtig in die Innenstadt, beziehungsweise, ich fahre ein Stück und laufe den Rest, da ich echt angst hab von den Bulleten erwischt zu werden. Wie heißt es gleich? ACAB. All Cops Are Bastards. Wie wahr!

Meine Füße tuen weh, als ich vor Pimkie stehe. Ich zücke die Kreditkarte und kaufe im Wert von hundert Euro ein. Meine Mutter wird ausraste und mir eigenhänding den Hals aufschlitzen, sobald sie das erfährt! Auf dem Rückweg zum Bulli muss ich meine Schuhe ausziehen, so doll schmerzen meine Hacken. Keine Ahnung warum ich mir in meinen neuen Nikes unbedingt heute Blasen laufen muss, eigentlich laufe ich mir in Nikes nie Blase! So ne Scheiße! Stolpernd und mit einer Pimkie Tüte in der Hand torkle ich durch die Stadt und die Leute gucken mich an als wäre ich eine Kreuzung zwischen Penner und einem Wellensittich. Sogar im Rücken spüre ich deutlich ihre borenden Blicke! Ich freue mich auf Evelyns Reaktion, wenn sie checkt was ich heute morgen schon gemacht hab! Sie muss nur noch weiter schlafen, damit ich genug Zeit dafür habe. Erleichtert, endlich wieder aus der Innenstadt, und so mit auch den meisten Cops, entkommen zu können, schmeiße ich den Motor, meiner inzwischen Lieb gewonnener Karre an. Evelyn döst friedlich vor sich hin, stößt manchmal ein paar Schweine-Gerräusche aus, anstonsten hört man in unserem Kleinbus allerdings nur das Radio:

Fuck you, I wont do what you tell me!

Fuck you, I wont do what you tell me!

Danke an dieser Stelle an das Perfekt Timing des Radio Senders und an Rage againste the Machine für de Song Killing in the name! Wirklich spitzen Leistung, euer Text spricht mir nämlich grade förmlich aus der Seele! Hörst du Mama? Hörst du Welt? Ich werde nicht tun, was ihr mir sagt! Ich werde tun, warauf immer ich Bock hab! Ich halte hinter einem Busch (ein sehr großem Busch wohlbemerkt) an, hole die nun etwas verschmierten Sprühflaschen aus dem Kofferraum und mache mich ans Werk. Dabei denke ich nur eins: Shit! Bin ich geil!

Wirklich stolz bin ich darauf nicht, aber stell dir eine junge Dame, eher Jugendiche, mit einer Sprühflasche und einem Stück Pappe in der Hand vor. Da kommt man sich schon mal geil vor!

Evelyn? Ready? Ich hab ne kleine Überraschung!“ Mein Mund verzieht sich zu einem halben Grinsen. Evelyn richtet sich auf:

jo, klar, Überraschungen immer!“

Ich schmeiße ihr eine Jeansjacke in die arme, sie zieht überrascht eine Augenbraue hoch. Wie macht sie das nur?

Cool, was?! Schau dir mal die Rückseite an!“

Evelyn dreht die Jacke skeptisch in ihrem Händen, bis sie sieht was ich meine:

Boah bist du geil!“ wir sterben fast vor lachen! Aber auch hier, wird mein Geilheits-Gefühl nur bestärkt, bin trotzdem nicht stolz drauf, oder vielleicht nur ein ganz kleines bisschen. Ich schmeiße ihr noch, ein grünes Top und einen Pullover in die Arme, sie freut sich bombastisch. Alle der Klamotten sind in einem Punkt gleich: Hinten werden sie von einem Totenkopf mit dem Buchstaben E und S drauf verziert.

Mein Kopf tut weh. Der Boden unter mir ist hart und meine Haut ist mit Frost überzogen.

Skaa!“ mit unsanften bewegungen werde ich geweckt, viel zu früh nach meinem Geschmack.

Heuteeee wird gefeieeeeeert!“ dehnt sie die Vokale. Achja! Meine Augen sind sofort ein Stück weiter auf und mein Bauch ist erfüllt mit großer Freude. Evelyn sieht sichtlich zufrieden aus.

Wir müssen noch mal in die Stadt!“ krächze ich mit meiner, von der Nacht rau gewordenen, Stimme. In Lichtgeschwindigkeit ziehe ich mich an und sitze am Steuer. Beeindruckt schaut Evelyn an mir herunter:“Also dafür das das so schnell ging siehst du sogar ziemlich gut aus!“ Ein Kichern meiner Seits, kann nicht unterdrückt werden. Schnell, wie irgendwie alles heute, sind wir in der Lincolner Innenstadt, steigen aus, gehen in Millionen von Geschäften mit leuchtenden anzeigen hier, lauter Musik da und schließlich finden wir uns am Kleinbus mit zwei Tüten in der Hand wieder. „Diesmal fahre ich“ als ich etwas dagegen einwenden will, steigt sie einfach ein und drückt zur Bekräftigung leicht aufs Gaspedal, was mir signalisieren soll, dass sie, wenn ich noch länger darum stehe, auch ohne mich losfährt. Gehetzt gehe ich zur Beifahrertür, stoße mich beim Einsteigen mit dem Kopf am Rahmen des Autos. Der Schmerz durchzieht mein Gehirn einmal, es fühlt sich an, als würden kleine Splitter in meinen Aterien fangen spielen. Es ist jedoch nicht der Schmerz, der mir weh tut, sondern der Schock. Ich kenne diesen Schmerz, es ist kein normaler Schmerz den man empfindet, wenn man sich stößt, es ist etwas anderes. Wann habe ich so etwas schon mal gefühlt? Verwirrt setzte ich mich ins Auto und starre an die Windschutzscheibe. Es war bestimmt nur ein ganz normaler Schmerz! Versuche ich mir einzureden, doch mein Gehirn sagt mir, es sollte mich an irgendwas erinnern, oder vor etwas warnen.

Ziehst du du Tür vielleicht mal zu?“ Evelyn ist genervt, anscheinend hat sie nicht mitbekommen, was mir gerade wieder fahren ist. Vielleicht ist das alles auch nur in meinem Kopf .

Mit diesem letzten Gedanken daran, ziehe ich die Tür zu.

Ja, echt, ich schwör´s! Mein Alter ist in Spanien!“

Und deine Mutter?“

Die… Nicht“

Ich hab echt kein Bock, mich beobachten zulassen, sie erlaubt das doch dann nicht!“

Nein, meine Eltern sind.. getrennt“ Sie sagt es in einem normalem Tonfall, nur in ihren Augen sind echte Gefühle: Ein Schimmer von Traurigkeit und Wut und, ja, vielleicht auch von Verzweiflung.

Oh… Ok, dann… Willst du fahren?“ Ich kann sie damit nicht aufmuntern oder so, aber ich kann sie damit vom Thema ablenken. Wie immer, mit viel Geschwindigkeit, fährt Evelyn die grauen Straßen entlang, sie sind so trostlos. Wir sind im westlichen Teil von Lincoln, wo Evelyn wohnt. In der W Murray Ave halten wir an, ich hätte nie Gedacht, Evelyn könnte in so einer Gegend wohnen, sie sieht so vollkommen und farbenfroh aus. Aber welches vollkommenes und farbenfrohes Mädchen hätte schon bei meinen Plänen mit gemacht?! Vielleicht war es mir auch von Anfang an klar, das Evelyn nicht nur perfekt ist, oder ist sie es doch?! „Können wir dir nicht einen Spitznamen geben? Es ist so anstrengend immer deinen vollen Namen zu sagen“

Hm.. ja, ok, wie wär´s mit Eve?“ antwortet Eve.

Nja, ich fänd Lyn cooler“

Ja! Lyn is geil! Okay.. und du? Du hast ja sozusagen schon einen Spitznamen!“ Das war schon immer ein heikles Thema bei mir, während meine paar Freunde immer süße Spitznamen mit der Endung -i hatten, hieß ich schon immer einfach Ska. Niemand probierte jemals aus mich Skai zu nennen. Mittlerweile finde ich es gut, nie so geheißen zu haben, doch früher machte es mich traurig und ich fühlte mich wie ein Aussenseiter, der ich nun mal auch war.

Wie findest du Sk?“ scherzt Lyn, wirklich lustig finde ich es nicht, aber ihr Anblick ist einfach zu lustig, weswegen ich doch auch anfange zu lachen.

Belassen wir es bei Ska?“ frage ich mit, warscheinlich schlecht unterdrückter, Hoffnung.

Okay! Meinetwegen, aber ich werde schon etwas passendes finden! Selbst mit drei Buchstaben weiß die fabelhafte Lyn etwas anzufangen!“

Lyn´s Zimmer ist toll: Groß, viele Spiegel, eine Wand schwarz, die restlichen weiß. Superschön. An der Wand hängen viele Fotos, oft ist eine junge Frau dadrauf, mit glatten braunen Haaren und einem genau so schönem Gesicht wie Lyn. Über eins dieser Bildchen wandert mein Blick als ich den Reißverschluss am Rücken von Lyn vorsichtig schließe. In diesem Kleid sieht sie super schön aus und auch super erwachsen! Ich fühle mich eher in etwas falsches gesteckt und total kindisch. Mein Kleid ist schwarz und fast durchsichtig, da es zum größten Teil aus Rüschen besteht. Das Kleid an sich ist hübsch, an mir nicht. Lyns Kleid ist kurz und rot, passend zu ihren Haaren.

Nur noch Schminken, dann können wir los! Schon aufgeregt?“

Und wie! Ein bisschen zu aufgeregt.

Ja!“ ich setzte mich an ihren Schminktisch und beginne: Eyeliner, Kayal, Lidschatten, Wimperntusche, Rouge, Lippenstift. Nachdem Lyn sich auch noch geschminkt hat, gehen wir los.

Komm doch, komm doch her!“

Wohin?“ schreie ich ins Nichts, es kommt keine Antwort, das einzige was passiert ist, das mir eine Taube auf den Kopf kackt. Ich gehe in den Wald.

Mein Kopf brummt. Das erste woran ich mich erinnere ist das grelle neon Licht in einem, durch Menschenmassen, vollem Raum. Dann kommt die Erinnerung an Wodka und Lyn wie sie in ihrem knappen roten Kleid die Tanzfläche rockt. Es hat total Spaß gemacht, aber jetzt merke ich deutlich, das ich zu viel getrunken habe. Verschlafen watschle ich in die Küche. Die Wände drehen sich so seltsam! Beim Kaffee trinken kommt noch eine Erinnerung in mir hoch: Eine Stimme die mich ruft. Wer war das wohl?! Warscheinlich Lyn, auch wenn die Stimme anders klang.

Jemand drückt die Klosspülung, kurz darauf erscheint Lyn, mit erstauntem Gesichtsausdruck in der Küche:“Du bist schon wach?“ sie sagt es leise, ich vermute ihr Kopf wummert genauso wie der meine.

Ja.“

Ok.“

Kaffee?“

Ja.“

Schweigend, schiebe ich ihr meine Tasse hin und mache mir einen neuen Kaffee. Das Geräusch der Kaffeemaschine ist Ohren zerreißend wie noch nie zuvor. Nach einigen Minuten gehe ich aus dem Raum: „Ich leg mich noch mal hin“

Der Wald ist düster und Angst einflöstend. Eine große Spinne läuft mir über den Weg und zeigt mir ihre Zähne:“Die neue…“ sagt sie fast unhörbar, doch heute ist mein Gehör, gut wie noch nie. Plötzlich steht Lyn vor mir, in ihren Augen spiegelt sich Angst: „RENN!“

Ich frage nicht nach und renne.

Nachdem ich mich endlich dazu gerungen habe aufzustehen, gehe ich auf den kleinen Balkon, den Lyn sehr feiert. Die Luft ist schön klar und befreit meinen ,wie verknoteten Kopf, ein wenig. Ich sitze dort bestimmt eine halbe Stunde und denke darüber nach warum Lyn gesagt hat ich soll rennen. Und warum ich nicht mal gefragt hab wohin. Wann hat sie mir das zu gerufen? Ist sie noch hier? In plötzlicher Panik stürze ich in die Küche, mein blick sucht den Raum nach ihr ab, doch sie ist nicht da. Ich renne durch die ganze Wohnung- nichts! Da tritt Lyn aus einer Tür, die ich wohl übersehen haben muss:“ Psst..“ flüstert sie mit letzter Kraft. Sie hat eindeutig mehr gefeiert als ich! Lyn verzieht sich in ihr Zimmer, wir haben heute zwar wieder große Pläne, aber dafür müssen wir sowieso warten bis es Abend ist, also lasse ich sie noch schlafen. Im Gegensatz zu Lyn, bin ich nun hell wach und schon wieder philosophisch am Werk:

Wir Leben um zu Sterben.

Sein wie das Vakuum- zwar da, aber nicht am exestieren.

Du erwartest von den Leuten, dass sie besser sind, als sie sind.

Nein, ICH werde leben um zu leben! Sterben kommt später! Trotzdem zieht dieser Satz meine Gedanken wie ,ein Magnet, an und ich kann nicht anders, als zu wissen das ich keinen Sinn habe.Im stillen mache ich mir Vorwürfe, ich könnte schon längst bei irgendeiner Organisation mit helfen! Ich hätte wenigstens, als das Angebot von meinem Lehrer noch stand, in die Afrika-AG gehen können! Aber ich flüsterte Kyla einfach zu:“ Da gehen doch eh nur Spastis hin!“ es war ein unqualifizierter Kommentar und, wer weiß, vielleicht wäre Kyla beigetreten, hätte ich nicht so etwas abwertendes dazu gesagt. Genau das macht mich zu einem Mensch der lebt um zu sterben. ich muss mich irgendwo für einsetzen um etwas Wert zu sein. Als dieser Gedanke durch meinen Kopf schießt und dabei jedes bisschen Gehirn mit sich schleift, gehe ich zur Tür, ohne mich noch mal umzudrehen gehe ich, ich MUSS etwas tun und ich weiß was, nur ist das nicht einfach, denn ich weiß so gut wie gar nichts. Mein Gehirn ist Knete.

Umso weiter ich in den Wald hinein renne, umso dünkler wird es. Plötzlich stehe ich im dunklen. Ein Licht zündet sich an und fliegt mir davon, ich renne hinter her, bis ich an einer Straße ankomme. Ein schöner Kleinbus nimmt mein Sichtfeld ein: Ich umarme ihn und flüstere:“Ich dachte schon ich würde verrückt werden“ Der kleinbus läst ein Lied erklingen:

Far away, far away, in a land where sun will never rise

far away, far away, in the place with mamelade skies

Ich schätze mal genau dort bin ich, zur Sicherheit schaue ich in den Himmel: Ja, Marmeladen Himmel!

Ich wache auf und ich höre das Radio, das ich wohl vergessen habe aus zu machen:

Far away, far away, in the land where sun will hide its eyes

Far away, far away, in the place with marmelade skies

Genau da will ich hin! Zur überprüfung, das ich es nicht schon bin schaue ich in den Himmel: nicht mal ein kleiner Fleck Marmelade, aber unendlich viel blau.

Gestern bin ich noch ziemlich lange durch die Stadt gefahren, mit dem Gedanken, ihn einfach zu sehen und zu wissen: Er ist es! Aber jetzt bin ich kein Stückchen weiter als zuvor.

Mein Bauch kribbelt vor Freude, als ich mit meinem Bulli durch die Gegend fahre. Diese gute Laune hält nicht lange an: vor mir steht ein Baum, Panik ergreift mich als ich es sehe, ich steige aus und nehme seine Hand. Ich habe das Gefühl, als ob ich an meinen eigenen Tränen ersticken, denn es ist Jayden. Sein Körper hängt schlaff hinunter, er wird nur von einem dünnen Strick gehalten. Am liebsten würde ich mich daneben hängen. Aber das geht nicht, nicht bevor ich ihn gefunden habe! In dem Moment raschelt es im Gebüsch, ich drehe mich schnell um, sehe aber nur noch eine große männliche Gestalt von hinten.

Ich habe schon den ganzen Tag ein Bild im Kopf: Ein großer Mann mit wirren Haar. Wie das Bild in meinen Kopf kam, ist mir ein Rätsel, es war einfach da und machte mir ein mulmiges Gefühl im Magen. Ich beschloss also, diesen Mann zu suchen. Jetzt bin Ich im Lincolner Ghetto angekommen. Ich weiß nicht wo nach ich suche, aber ich werde irgendetwas finden! Drei vergebliche Stunden später bin ich ganz anderer Meinung, ich habe alle Leute genau boebachtet, niemand schien auch nur annähernd wie ein Mörder auszusehen. In einem kleinen Cafe lasse ich mich nieder, besonders schön ist es nicht, ein besoffener brüllt durch den ganzen Raum, doch es ist laut meinem Handy, das einzige Cafe in meiner Umgebung. „EINER GEHT NOCH; EINER GEHT NOCH REIN!“ singt der Mann lallend und kippt sich noch einen Vodka runter. Die Hälfte geht daneben. Die Frau neben mir schaut genervt in ihr Buch, sie scheint öfter hier zu sein, genau wie der besoffene.

In letzter Zeit ist der jeden Tag hier und sauft sich zu! Ein Wunder das er noch nicht im Koma liegt, wäre aber besser für alle Stammkunden“ flüstert mir die Frau mit französischem Akzent zu. Die Meinung der Frau schockiert mich, denn, auch wenn jemand ir meine Ruhe weg nimmt, würde ich ihm nicht den Tod wünschen! Trotzdem fange ich an mit der Frau zu plaudern, sie ist nett und ihr Akzent gefällt mir zunehmen mehr. „Ich bin übrigens Amelie“ offenbart sie mir ihren Namen.

Das ist ein schöner Name, ich heiße Ska!“

Ska? Noch nie gehört…“ Sie sucht in ihrem Wortschatz nach irgendeinem Wort das ihr nicht einfällt, als ich hinter her schiebe:“ Ja, den Namen haben sich meine Eltern ausgedacht“

Das Getöle verstummt, denn der zugedröhnte Mann, ich taufe ihn an dieser Stelle einfach Max, wendet sich zum gehen. Amelie schaut mir mit unverholener Freude ins Gesicht, worauf ich gezwungen lächle. Ich werfe dem Mann einen kurzen Blick hinter her, in dem Moment fällt seine Cappy herunter… ER IST ES!

Amelie, du, ich muss weiter, wir treffen uns wann anders sicherlich nochmal hier!“

Ohne auf eine Antwort zu warten nehme ich meine Jacke vom Stuhl und stürze zum Ausgang.

Der Mann steht nicht mehr am Eingang. Mein Blick sucht die Straße nach ihm ab, rechts neben mir: Nichts. Links: nichts. Ein Bus steht an der anderen Straßenseite, ist er dort eingestiegen? Ich renne rüber, einige Autos hupen, steige ein und, tatsächlich, ganz hinten im Bus sitzt ein großer Mann mit wirrem Haar und einer blauen Cappy. Mit sicherheits Abstand zu ihm setzte ich mich hin.

Warte!“ rufe ich ihm hinter her. Er bleibt stehen, verweilt aber so, das ich nur seinen muskulösen Rücken sehen kann. „kennst du diesen Jungen?“ keine Antwort.

Ich hake nach:“Weißt du wie so sich dieser Junge umgebracht hat?“

Der Mann bricht zusammen. Unter normalen Umständen hätte ich Mitleid gehabt, aber nicht mit ihm! Ich trete ihm heftig in die Rippen, er krümmt sich mehr und mehr, ich trete immer weiter, es ist wie eine Sucht ich kann nicht aufhören. Es fühlt sich schrecklich und befreiend zugleich an. Ich lasse ihn gehen, als er schon blutet. Er verkriecht sich im Wald.

Nachdem ich Max gestern noch gefolgt bin, bin ich mir ziemlich sicher das er in E Main St wohnt, direkt neben der Straße ist ein kleiner Park wo ich mich super auf die Lauer legen kann. Ich liege also hier in einem Gebüsch und komme Urplötzlich auf den schlauen Gedanken, das ich mich auch einfach auf eine Bank hätte setzten können. Die Tür des Hauses öffnet sich, Max tritt heraus, Aggressionen in mir werden erweckt. Ich würde in am liebsten töten. Vorerst benötige ich jedoch Beweise.Er geht die Straße hinab, wieder in Richtung Cafe, nein, ich weiß genau was er da tut, so finde ich nichts heraus! Nach ein paar Schritten bleibt er stehen und hält sich irgendwas, vermutlich ein Handy, ans Ohr. Er hört zu, sagt etwas, dreht sich um und sprintet bei Nahe in die entgegen gesetzte Richtung zum Cafe. Ich realisiere zu spät, das ich ihm hätte folgen müssen, denn als ich aus dem Busch springe und versuche die dummen Blicke der Passanten einfach weg zudenken, ist er schon weg. Ich lege mich wieder ins Gebüsch, in der Hoffnung, er kommt heute noch wieder.

Jaydens Leiche spricht zu mir oder ich bilde mir ein, sie sprechen zu hören:“DU musst es tun.“

er hält mir ein Messer hin. Ich bin erritiert:“Was meinst du?Was soll ich tun?“

Ich will nicht mehr hier sein, bitte, bring mich um!“ und ich dachte er war schon die ganze Zeit tot! Ich befreie ihn vom Strick und umarme ihn:“Nein, wir werden ihn zusammen finden!“

Jayden sieht enttäuscht und erleichtert aus. Wer braucht schon die Afrika-AG um etwas gutes zu tun?!

Ich muss eingenickt sein, denn als ich die Augen öffne ist es dunkel. War er schon hier? Ich verzweifel, ich kann es einfach nicht. Ohne jegliche Lebenslust gehe ich zurück zum Auto. Ich habe das unglaublich große Verlangen, Jayden zu sehen.

Ich stehe vor seiner Haustür, sollte ich klingeln oder anrufen? Ich entscheide mich fürs klingeln.

Der Tür surrer gibt mir zu verstehen, das die Tür für mich geöffnet wurde und aals ich eintrete und den wohligen Jayden-geruch in der Nase habe, geht es mir schon viel besser. Ich schaue ihm ins Gesicht:“Hi!“ ich grinse ihn an.

Wo sollen wir hingehen?“ fragt er mich, ich zeige ihm, wo er wohnt. Wir warten und warten und warten, es vergehen ganze zwei Stunden, bis Max aus der Tür tritt. Adrenalien. Dieses mal gehen wir ihm hinter her. Wir finden uns zehn Minuten später in einer Sackgasse wieder. Hinter zwei Mülltonen versteckt beobachten wir, wie ein kleiner Mann Max seinen Knüppel in den Bauch rammt. Max macht ein Geräusch wie ein Meerschweinchen.

Wir sagten bring uns den Diamanten, nicht töte ihn!“

Es ging nicht anders“ sagt Max kleinlaut, er hat eine raue Stimme.

Wenn wir da mit rein gezogen werden.. also, bevor das passiert bringen wir dich zu Bruce!“

Nein! Das könnt ihr nicht…“ der kleine mit dem Knüppel unterbricht ihn:“Da sind Kinder!“

Wie auf Komando rennen wir, solange bis nichts mehr hinter uns ist.

Wenn man so verzweifelt ist wie ich, kommt irgendwann der Punkt an dem man geistig verwirrt wird. Ich erlebe mehr als ich erlebe, ich kann Gedanken und wahres nicht mehr auseinander halten und das aller schlimmste ist: Man hat sich selbst nicht mehr richtig unter Kontrolle, man vergisst wer man eigentlich war, zumindest ich. Ich komme aus einer langweiligen Familie, ich habe nie etwas gemacht, was mir oder anderen Schaden zufügen konnte und jetzt habe ich plötzlich Leben in den Händen? „Alles wird gut“ lüge ich Jayden an der halb wach auf der Reihe vor mir liegt. Jetzt habe ich ihn auch noch mit rein gezogen, ich hatte gewusst, er würde mit machen, aber ich hatte zu viel Angst um ihn. Doch jetzt, wo ich nicht mehr ich bin, habe ich ihm alles erzählt. Wie falsch ich mich doch fühle. „Lass uns unsere Informationen aufschreiben“ schlägt er vor. Ich glaube er ist genau so verwirrt wie ich. Ich hole Zettel und Stift, schreibe und lese gleichzeitig vor:

  • er ist groß

  • er hat dunkle wirre Haare

  • er war es

  • er hat eine raue Stimme

  • er wurde beauftragt

Jayden staunt:“Wow, wie viel du schon ohne mich rausgekriegt hast!“ Ich bin verwirrt, weil wir das doch alles zusammen gesehen haben, aber warscheinlich sind wir beide einfach nur verwirrt.

Wir begeben uns zu den Mülltonnen, hinter denen wir uns versteckt haben, Jayden mustert alles genau, als wäre er noch nie hier gewesen. Mein Magen knurrt viel zu laut, ich hab seit Tagen nichts mehr richtiges gegessen. „lass uns erstmal etwas essen gehen!“ Jayden zieht mich weg, in richtung Innenstadt, ich entreiße mich seinem Griff:“Nein Jayden, wir müssen etwas tun!“

Nein! Nicht jetzt“ er zieht mich, diesmal mit beiden Armen, weitere, ich ergebe mich und teile mir mit ihm bei Pizza Hut eine Pizza, am Tisch neben uns flüstern dunkel bekleidete Leute mit einander:“wirklich zu…. er wird sterben… ja….“ mehr kann ich nicht verstehen. Wenn ich ich wäre, wäre ich jetzt sitzen geblieben und wäre den Männern später heimlich gefolgt. Doch ich bin nicht mehr ich, wie hatte ich vor meiner Reise nochmal gedacht?

Ich will mich befreien,

Aus einer Schale aus nichts,

Einer Schale der Vergangenheit.

Vergess nicht wer ich war,

Denn ich werde wieder kommen.

Solang ich wieder ich werde, ist alles okay. Ich stehe auf, ohne es zu wollen und gehe zu den Männern:“Schon mal von…“ das was ich jetzt sage, ist das dümmste was ich je getan habe:“… einem Marc gehört?“ ich wollte diesen Satz nicht einmal sagen, er kam einfach aus mir heraus geschossen ohne das ich irgendetwas dagegen tun konnte. „Wir zahlen für euch mit.“ sagt ein kleiner Mann schlecht gelaunt. Dann höre ich noch einen zum anderen flüstern:“Ein Fall für Bruce“

Wir sind in einer großen Wohnung, Jayden und ich allerdings wurden in einen kleinen Raum gesperrt:“Warum hast du das getan?“

Ich konnte nicht anders“ Jayden ist sauer:“Scheiße!“

Ich halte es nicht länger aus:“Lass uns sie einfach umbringen!“

Und womit?“ ich ziehe ein Messer aus meiner Tasche.

Wir stehen in der Küche, nur eine kleine Lampe erhellt sie. Jayden hatte mir zugestimmt bei dem Vorschlag sie alle zu töten, doch das ist schwerer als gedacht. „Komm, lass sie uns anknoten und dann umbringen, das ist leichter“ Jayden schaut mir ins Gesicht, eine Sekunde lang huscht Hass durch seine Mimik, schnell versteckt er seine Gefühle. Ein paar Minuten sitzen wir schweigend da. Ich denke daran, was bei Jayden im Kopf abgehen muss, es hat viel zu große Ausmaße, um es mir vorstellen zu können, denn zum logisch denken, bin ich nicht in der Lage. „Okay.“ sagt er unvermittelt. Es ist zwar nur ein Wort und ich kann nicht mehr klar denken, aber ich weiß genau, dass dieses okay, nicht einfach ein normales okay war, sondern ein Bund zwischen uns. Denn es ist klar, das es Folgen haben wird, aber dieses okay sagt mir: Du wirst nicht allein sein, wir bleiben ein Team, egal was passiert. Und genau das ist es was ich benötige, alles andere ist mir scheiß egal.

Ich schrecke auf. Ich liege in meinem Bett, die gewohnten weißen Wände, der weiße Schreibtisch, alles wie immer. Ich atme erleichtert auf: Alles nur ein Traum. Dieser Gedanke beruhigt mich so sehr, das ich für kurze Zeit vergesse, das es kein Traum gewesen sein kann, denn ich träume nie.

Die Männer, mit den Händen am Rücken zusammen gebunden, liegen am Boden der Küche, ich weiß nicht wie wir es hinbekommen haben.

Los, nimm du das Messer!“ die Männer, besonders der kleine, gucken ihn ängstlich an, genau wie ich. Ich würde sie nur zu gerne alle abmetzeln, aber mir geht der Gedanke nicht aus dem Kopf, das meine Eltern sich für mich schämen würden, mir ins Gesicht gucken und denken würden, ihre Tochter sei eine brutale Mörderin, die ihre Opfer erst an bindet und sie dann qualvoll mit einem Messer tötet. Nein, so jemand möchte ich nicht werden, aber wer bin ich schon?! Zu beklopt im Kopf um überhaupt jemand zu sein. Außerdem hat Max ihn umgebracht, einen Vater, eine sehr wichtige Person in Jaydens Leben und er hat sie einfach heraus manövriert. Ich nehme das Messer aus Jaydens Händen, er zittert, ich gucke ihn an und verspüre ein Kribbeln im Bauch. Warscheinlich ist es die Lust am töten, die ich bis jetzt noch nie hatte. Ich gehe mit forschen Schritten auf Max zu, was nicht lange dauert, da die Küche nicht sonderlich groß ist. Ich schaue nicht auf meine Hände während ich das Messer an seinen Hals schmiege, ich beobachte nur seine Augen: Hass, Mitleid, Schuld, aber mit Längen Vorsprung am meisten Selbsthass und Panik, irgendwie ekelerregend. Meine Augen tasten seinen Hals hinunter, ich habe nicht bemerkt wie fest ich das Messer in seinen Hals hinein gedrückt habe, es ist schon ein kleiner Schnitt im Hals, aus dem Blut rinnt, das war unbeabsichtigt. Ich wollte es eigentlich schnell machen, damit ich ihn töte, bevor das Blut ausströmt. Wie ich Jetzt sehe habe ich das Blut aus seinem Hals an meinem kleinen Finger, plötzlich ist es so, als wenn ich total übermüdet bin und meine Augen aufgeben: Sie verdrehen sich und fallen dann zu. Jetzt ist es schwarz vor meinen Augen, ich höre aber noch eine Stimme und einen Schmerz an meinem Arm:“Ska!Was ist los, jetzt…“ mehr höre ich nicht mehr.

Du willst mir also sagen, du hast nichts mit Marc zu tun?“ Ich vertraue ihm nicht.

Nein, es war mein Bruder, Sven, der den Diamanten wollte“ versichert mir Max. Ich glaube ihm, weil ich will, das alles einfach ist, das niemand mich mehr anlügt und das ich wieder zu mir selbst finde. „Okay“ sage ich einfach, mehr kann er nicht von mir erwarten, obwohl doch:“Dann töte ihn, oder ich werde es tun“ er sieht mir in die Augen:“Das kann ich nicht zu lassen“

Dann geh und komm nie wieder“

Es rüttelt an meiner Schulter:“ Nein.“ flüstere ich schwach. Unter mir ist es kalt, ich schätze, ich liege auf dem Boden. Ich will die Augen nicht öffnen, die Welt, die ich dann sehen muss ist zu schrecklich für mich, ich kann es einfach nicht mehr ertragen. Warum bemerke ich jetzt erst wie grausam Menschen sind? Weil ich jetzt selbst so ein Mensch bin. Es geht nicht anders, ich muss so sein. Ich wollte böse sein, aber ich wollte niemanden umbringen. Panik durchströmt meinen Körper, bei der Erinnerung was war, bevor ich ins Schwarze glitt. Rot, wie Erdbeeren, wie Kirschen, wie Blut. Hätte ich es nicht gesehen, wäre Max jetzt tot, besser gesagt: würde ich nicht beim Anblick von Blut jedes mal die Kontrolle über meinen Körper verlieren, wäre Max jetzt tot. Selbsthass. Ich fühle ein Tropfen auf meiner Wange, erschrocken öffne ich meine Augen, vor mir sind feuchte und leuchtend grüne Augen und schwarze Haare, zusätzlich noch eine Nase, Lippen und Ohren. Verdammt, Jayden ist hübsch! Warum ist mir das noch nie aufgefallen? Wir waren immer die besten Freunde, aber nie ist mir aufgefallen, wie tief schwarz seine Haare sind und wie leuchtend seine Augen. Seine Lippen zittern, dachte er ich sterbe? Seine Augen kommen immer näher an meine heran, dann berührt er ganz sanft meine Lippen. Meinetwegen könnten wir immer so liegen bleiben, doch er richtet sich wieder auf. Mir wird bewusst wie absurd es war uns zu küssen, wir waren nie mehr als Freunde, und wir werden auch nie mehr sein. Trotzdem verspüre ich nun das seltsame Verlangen, seine warmen Lippen wieder an meine zu drücken. Er schaut mich an:“ Ich dachte du stirbst, ich dachte..“ seine Stimme erstirbt. „Ich glaube.. wir sollten einfach, dort weiter machen wo wir aufgehört haben“ seine Augen sind immer noch feucht und meine jetzt auch, denn diesen Satz zu sagen war sehr schwer für mich, ich will nicht, dass irgendwas unsere Freundschaft kaputt macht, ich kann es also nicht zulassen das er sich in mich verliebt. Andererseits gibt er mir das Gefühl beschützt zu werden. Ich bin viel zu durcheinander um über ihn nachzudenken. Er anscheinend auch, denn er antwortet nur:“Ja… Vielleicht.. Also, Ska, ich kann sie nicht töten“ er deutet mit dem Kopf auf gefesselte Männer. Die Männer die wir gefesselt haben, hatte ganz vergessen das sie noch da sind. „Du musst es tun!“ das kann er nicht von mir verlangen! Ich bin beim letzten mal ohnmächtig geworden! „Nein“ mehr kann ich nicht sagen.

WAS SOLLEN WIR DENN JETZT TUN?“ schreit er mich an, er ist verzweifelt, genau wie ich.

MACH IRGENDWAS!“ ich kann nicht mehr, meine Füße tragen mich aus der Tür, ich renne, renne und renne bis ich fast zusammen breche, Ich bin schnell, da ich drei Jahre Leichtathletik Erfahrung habe. Die Gegend ist grau und einsam, bin ich bis zu Evelyn gerannt? Ich weiß nicht wie weit ich gelaufen bin, aber hier ist nichts, außer eine Bank und eine Bushaltestelle. Ich setzte mich auf die Bank, die nur ein wenig beleuchtet ist, da die nächste Laterne zehn Meter entfernt aufgestellt ist. Ich fange an in meinen Gedanken zu versinken. Die Welt um mich herum wird dabei ausgeblendet. Was empfinde ich für Jayden? Natürlich liebe ich ihn, aber freundschaftlich? Seit dem er mich geküsst hat bin ich mir nicht mehr sicher.

Ein Arm legt sich um mich. Freundschaftlich. „Jayden… Ich weiß es nicht“

Hände berühren meine Hüften ich drehe mich um, hinter mir ist ein Junge, ich kann sein Gesicht nicht erkennen, trotzdem ist er mir unglaublich vertraut, sein Geruch, sein Körperbau, seine Hände, seine Atmung. Er küsst mich und ich erwidere den Kuss. Er legt die Arme schützend um mich. Mein Bauch explodiert beinahe vor Schmetterlingen! „Ich liebe dich!“ auch seine Stimme ist mir bekannt. Er ist so bekannt und trotzdem total anders. Wer ist er?

Willst du Milch oder Joghurt zum Müsli? Oder Apfelsaft?!“

Apfelsaft??“ frage ich Jayden entsetzt.

Hab gehört manche essen das so, du willst also wie immer Joghurt?“

Als Bestätigung nicke ich ihm lächelnd zu. Ich weiß nicht mehr genau wie, aber wir sind gestern Abend zu Jayden gegangen und nun soll ich heute bei ihm übernachten.

Jayden, ich glaube wir sollten beide nachdenken und ich sollte nach Hause gehen“ wenn ich wirklich hier bleibe, würde ich ihn nur belasten.

Ich glaube Mila macht eh nur Partys, bleib lieber hier“ dies sagt er mit einem extrem sorgenvollem Gesichtsausdruck. Was ist nur falsch mit mir? „Okay.“ antworte ich ihm.

Liebst du mich?“ fragt er mich, ich denke nach und schweige.

Ja“

Was ja?“ Jayden blickt von seinem Müsli hoch.

Du hast mich doch grad gefragt ob… ach, ich glaube.. ehh… vergiss es“

er kichert, es klingt beängstigt und aufgesetzt:“Ist okay Ska“

Ich unterbreche unser harmonisches Frühstück indem ich anfange zu weinen. Normalerweise versuche ich nicht vor anderen Leuten zu weinen, doch jetzt will ich einfach einmal alles rauslassen. Ich schluchze und schniefe während dicke Tränen mir die Wange hinunter rollen.

Okay“ sagt er als würde er somit etwas beschließen. Ohne Aufforderung setzte ich mich auf seinen Schoß und krüme mich:“Bitte, mach irgendwas, ich, ich kann nicht mehr“ seine Arme legen sich um mich und während er mich hoch hebt, sinke ich wieder in eine scheinbar endlos tiefe Schwärze.

Um mich herum ist alles dunkel. „HALLO?“ schreie ich ins Nichts.

WO BIN ICH?“ Totenstille.

BIN ICH TOT?“ Ohrenbetäubende Stille

LASS MICH HIER RAUS!!!“

Alles wackelt als ich die Augen einen Spalt breit öffne. Ich fühle mich in Sicherheit gewiegt. Durch den Spalt meiner Augenlider, sehe ich den katastrophal schönen Himmel. Jetzt tauchen tief schwarze Haare auf, dann leuchtende Augen, Jaydens besorgte Augen. Als er meinen panischen Blick bemerkt, beruhigt er mich mit:“Alles wird gut!“

Mach irgendwas“ flüstere ich. Ich will, das er mir zeigt wer ich bin und alles wieder normal macht.

Das tue ich!“ Wie in Zeitlupe trägt er mich in irgendeine Eingangshalle.

Ich bekomme nicht viel mit, bin im Halbschlaf, nur Jayden hält mich noch in der Wirklichkeit. Ich schrecke auf, als er mir einen Kuss auf den Kopf drückt und mich in einem Bett allein lässt.

Bitte, lass mich nicht alleine!“ bitte ich ihn panisch.

Alles wird gut!“ wiederholt er „ich verspreche es dir“ dann fällt eine Tür ins Schloss.

WARUM BIN ICH SO? HOL MICH HIER RAUS! MACHT DOCH IRGENDWAS! ANTWORTET MIR!“

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