Ich wache am nächsten Morgen auf. Mir geht es schrecklich. Mir ist übel und ich muss mich Übergeben. Ich kann heute nicht zur Schule. Es ist halb sieben. Ich rufe André an.

Guten Morgen, Lena.“, sagt er fröhlich.

Hey. Ich komme heute nicht. Mir geht es miserabel. Könntest du mich in der Schule abmelden?“, fage ich.

Klar, gute Besserung. Hast du Mason schon angerufen?“, fragt er.

Nein, könntest du ihm das sagen? Ich ehm…naja egal. Danke nochmal. Bis spätestens Montag“, sage ich und wir legen auf. Ich gehe zu Mama und sage ihr, dass es mir nicht gut geht und ich heute Zuhause bleiben will. Sie sagt, dass es okay ist und sie mir gleich noch etwas zu essen bringt, aber ich lehne ab, denn ich kann nichts essen.

Ich liege den ganzen Tag herum und stehe nur auf, wenn ich zur Toilette gehen oder rennen muss.

Ich schlafe wieder ein. Als ich aufwache muss ich wieder zur Toilette rennen. Ich esse ein Brötchen aber keine zehn Minuten später, ist es schon wieder draußen. Ich schlafe wieder ein. Ich werde geweckt. Ich sehe wer es ist. Es ist Winnetou. Er will nach draußen. Ich schleppe mich zur Haustür und mache sie auf. Er ist sofort weg. Der arme. Wieso hat ihn denn keiner raus gelassen? Ich warte ein paar Minuten, bis er zurück kommt, aber es geht nicht. Ich renne ins Gästebad.

Als ich zur Tür gehe, kommt Winnetou wieder herein und ich mache die Tür zu. Es klingelt. Ich weiß nicht, wer es ist und so kann ich keinem vor die Augen treten. Ich mache trotzdem auf. Es ist Mason. Er sieht mich erschrocken an. Was ist? Noch nie jemanden krank gesehen. Ich halte die Tür auf und er kommt rein. Wir gehen ohne ein Wort zu sagen, in mein Zimmer und setzen uns aufs Bett.

Was ist los?“, fragt er. Ich bin krank…

Mir ist übel. Sonst nichts.“, sage ich.

Lena, sag schon, was ist los? André hat gesagt du hast dich traurig angehört.“, sagt er. Mist jetzt will er wissen wieso ich traurig war bzw. bin.

Nein, ich bin nicht traurig. Ich bin einfach nur krank.“, sage ich. Er reicht mir eine Packung Schokolade. Was sage ich denn jetzt? Ich kann ihm unmöglich sagen, dass ich das nicht esse.

Das kommt eh gleich wieder raus.“, sage ich als Ausrede. Um sechs Uhr geht Mason nach Hause und ich gehe schlafen. Um drei Uhr gehe ich zur Toilette. Dann schlafe ich weiter bis neun Uhr. Ich fühle mich schlapp und unwohl. Das Wochenende vergeht und in einer Woche fliegen Mama und Papa nach Neuseeland. Es ist Montag Morgen und mir geht es wieder einigermaßen gut. Ich beschließe heute Morgen nichts zu essen. Vielleicht, weil ich keinen Hunger habe, aber vielleicht auch, weil ich nichts essen will. Ich gehe also um sieben Uhr raus. Es ist kalt und ich gehe doch noch einmal hoch um mir eine Jacke zu holen. In der Einfahrt ist noch keiner. Deswegen warte ich. Um viertel nach acht ist immer noch keiner da, deswegen rufe ich André an.

Lena, wieso rufst du mich so früh an?“, fragt André noch völlig verschlafen.

Wo bleibt ihr denn? Ich stehe schon seit einer viertel Stunde hier und warte.“, sage ich.

Oh, ich dachte Mason hätte dir gesagt, dass wir die ersten zwei Stunden frei haben. Wir treffen uns um halb zehn in der Einfahrt.“, sagt er. Ich lege auf. Na super, ich hätte also noch weiter schlafen können? Ich gehe in die Küche, mache mir Salat und esse ihn. Dann wird mir übel und ich erbreche es. Na super. Noch nicht einmal essen kann ich. Ich gehe in mein Zimmer und packe die Sachen aus, die ich für die ersten zwei Stunden gebraucht hätte. Mir ist langweilig, also gehe ich in den Stall und striegle Jeany. Dann gehe ich in mein Zimmer und sehe auf dem Kontoauszug nach, wie viel ich noch brauche um mir das Pferd zu Kaufen. Genau ein Tausend Euro, aber davon zahlen meine Eltern 750 Euro. Also brauche ich nur noch 250 Euro. Die bekomme ich indem ich Sebastians Hund mit in den Wald nehme und kleinen Kindern reiten beibringe. Rantanplan in den Wald zu bringen bringt mir in der Stunde zwei Euro ein. Kindern reiten bei zu bringen bringt mir in der Stunde pro Kind zehn Euro ein. Nun ist es viertel nach zehn. Ich habe riesigen Hunger also mache ich mir ein kleines Brot und esse es, aber gerade, als ich raus gehen will, muss ich wieder auf die Gästetoilette gehen. In der Einfahrt steht André.

Guten Morgen!“, ruft er mir zu und lächelt, aber mir geht es nicht gut, deswegen setzte ich ein gezwungenes lächeln auf.

Morgen.“, antworte ich. „Wo ist Mason?“

Der hat zur ersten Stunde gehabt.“, sagt er. Stimmt, wir sind ja nicht in der gleichen Klasse.

Ach so. Gut, dann lass uns gehen.“, sage ich.

In den Pausen redet Mason nur mit Melis und auch André redet wenig mit mir. Als Laura noch da war, war das anders. Sie hat immer zu mir gehalten. Ich vermisse sie. Nach der Pause bin ich mir sicher. Auf die Ernährung zu achten, ist zwar gut und schön, aber nichts, was in einem kurzen Zeitraum geht um schnell abzunehmen ich muss mich Übergeben.

Leave a Reply